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«Eine Frechheit»: Raiffeisen-Bancomat in Romanshorn spuckt zu wenig Geld aus - Geprellter ärgert sich über Polizei

Kurt Spörri aus Amriswil staunte nicht schlecht, als er am Bancomaten der Raiffeisen-Bank in Romanshorn nur 350 statt 400 Franken erhielt. Noch mehr genervt hat er sich allerdings über das Verhalten der Bankangestellten und der Polizei.
Tanja von Arx
Ort des Geschehens: Der Schalter in der frequentierten Innenstadt. Bild: Lara Jörgl

Ort des Geschehens: Der Schalter in der frequentierten Innenstadt. Bild: Lara Jörgl

«Man macht in einem solchen Fall meistens den zweiten Sieger.» Kurt Spörri aus Amriswil ist ernüchtert. Was ihm kürzlich am Bancomat der Raiffeisen Romanshorn passiert ist, möchte er so schnell nicht mehr erleben. «Ich wollte 400 Franken abheben, habe aber nur 350 bekommen: zwei Hunderter- und drei Fünfziger-Noten.» Abgelaufen sei denn alles wie üblich. «Ich habe die Karte reingetan, auf der Übersicht ‹gemischte Noten› und ‹Kopie› angewählt. Erst kam die Karte retour, nachher die Quittung und das Geld.» Die Noten seien indes alle druckfrisch gewesen, sagt Spörri.

«Ich bin dann mit meiner Frau direkt zur Schalterhalle gegangen.» Auf Nachfrage habe es geheissen, sie müssten warten, bis die Bank schlösse. Das hätten sie getan. Als dann das Geld gezählt war, sei ihnen mitgeteilt worden, dass die Kasse stimmen würde.

Der Kunde rief umgehend die Polizei

Spörri hat laut eigener Auskunft gleich die 117 gewählt. Bis der Polizist vom Posten Neukirch-Egnach eingetroffen sei, habe sich der Raiffeisen-Stellenleiter der Sache angenommen. Aus Kulanz würde er die 50 Franken rückerstatten. Kurt Spörri sagt dazu:

«Eine Frechheit!»

Der Polizist habe ihn ausserdem gefragt: «Kann es nicht sein, dass das Geld auf Ihrem Körper ist oder in Ihrem Auto?» – «Das ist eine Verdächtigung, die ich entschieden und mit gutem Gewissen zurückgewiesen habe.» Für einen Fünfziger so viel Aufwand zu treiben würde sich ja nicht lohnen, sagt Spörri. «Ich habe eine Entschuldigung verlangt. Aber der Polizist hat geantwortet, er dürfe das sagen.» Es geht Spörri indessen ums Prinzip. «Das kann auch anderen passieren.»

Wie Recherchen der Thurgauer Zeitung zeigen, handelt es sich bei den Geschehnissen vergangenen Mittwoch tatsächlich um keinen Einzelfall (siehe Kasten unten).

«Für die Vorkommnisse haben wir keine Erklärung»

Auf Nachfrage bestätigen die zuständigen Stellen von Raiffeisen den Vorfall. «Für die Vorkommnisse haben wir keine Erklärung.» Nicht nur bei einer maschinellen Zählung, sondern auch bei einer manuellen seien keine Differenzen zutage getreten. «Wir haben auch geschaut, ob ein technisches Problem vorliegt - ob zum Beispiel die Note irgendwo heruntergerutscht ist.» Im Glauben an den Kunden habe man sich kulant gezeigt.

Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt auf Rückfrage: «Die Polizei wurde vom Betroffenen selbst gerufen. In solchen Fällen rücken wir aus, und es ist selbstverständlich, dass zu den Sachverhaltsabklärungen vor Ort auch Fragen an alle involvierten Personen gehören.»

Dem SRF sind mehrere Fälle bekannt

Dass Bancomaten zu wenig Geld ausspucken, kommt selten vor. Aber es passiert. Offizielle Zahlen zur Schweiz gibt es nicht, allerdings sind dem SRF mehrere Fälle bekannt. Die Banken sprechen indes von sehr wenigen Fällen. Betroffene können den Zwischenfall kaum beweisen. Lediglich auf Verlangen eines «Chargeback»-Verfahrens wird untersucht, ob die Transaktion ordnungsgemäss abgewickelt wurde (Kostenpunkt: bis 60 Franken). Beispielsweise wollte Klaus Zweibrücken am Hauptbahnhof Zürich 200 Franken beziehen. Als 50 Franken fehlten, ging er davon aus, dass ihm diese nicht belastet würden. Als dem nicht so war, meldete er sich bei der ZKB. Die Antwort: Es läge kein Fehler vor, eine Entschädigung wäre deshalb nicht möglich. Nach einer Anfrage des «Kassensturz» fand die Bank das fehlende Geld doch noch. (tva)

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