Romanshorner Kirchgemeinde tut etwas gegen den Klimawandel

Die Katholiken heizen die Kirche künftig hauptsächlich mit Erdwärme und lassen sich das etwas kosten.

Markus Schoch
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Die Kirche wird künftig hauptsächlich mit Erdwärme geheizt.

Die Kirche wird künftig hauptsächlich mit Erdwärme geheizt.

Bild: Reto Martin

Das gute Ergebnis spielt der katholischen Kirchgemeinde in die Karten. Die Rechnung des letzten Jahres schliesst mit einem Plus von fast 390'000 Franken ab. Das gibt ihr finanziellen Spielraum, den die Kirchbürger nutzen wollen. Am Mittwochabend stimmten sie einem Kredit von 620'000 Franken für die Sanierung der Heizung und Lüftung in der Kirche zu.

Sie entschieden sich dabei für die teurere der beiden Varianten, die zur Auswahl standen. 430'000 Franken hätte es gekostet, einfach die bestehende Gasheizung durch eine neue zu ersetzen. Eine grosse Mehrheit der Anwesenden wollte aber, dass für die Grundlast zusätzlich sechs Erdsonden gebohrt und eine Wärmepumpe installiert wird, so wie es eine knappe Mehrheit der Kirchenvorsteherschaft beantragt hatte. Die Erdwärme soll etwa 75 Prozent des Heizenergiebedarfs liefern.

Der Sparstrumpf ist gut gefüllt

Genau die Hälfte des Geldes hat die Kirchgemeinde heute in der Kasse: 110'000 Franken legte sie in den Vorjahren zurück, dazu kommen 200'000 Franken vom Überschuss 2019. Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel sagte:

Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel.

Kirchenpräsident Thomas Walliser Keel.

Bild: PD
«Wir können uns die Mehrkosten im Betrag von 190'000 Franken leisten.»

Davon abgesehen sei angesichts der Klimakrise jetzt der Moment, möglichst schnell zu handeln und möglichst viel zu machen, um den Kohlendioxidausstoss zu reduzieren, sagte Markus Bösch namens der Ökogruppe der Kirchgemeinde. Im konkreten Fall sind es 72 Tonnen pro Jahr, die dank der Umstellung nicht mehr in die Luft geblasen werden.

Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung

Auch Cyrill Bischof, der Präsident des Kirchenrates der katholischen Landeskirche, machte sich für die Investition in erneuerbare Energien stark. Sie sei ein Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung. «Wo wir handeln können, müssen wir handeln», redete er den Kirchbürgern ins Gewissen. Dieser Meinung war auch Daniel Anthenien, der Umweltbeauftragte der Kirchgemeinde.

Daniel Anthenien, Umweltbeauftragter der Kirchgemeinde.

Daniel Anthenien, Umweltbeauftragter der Kirchgemeinde.

Bild: PD
«Wir haben jetzt die Chance, als Kirchgemeinde unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Diese Gelegenheit sollten wir nutzen und mit gutem Beispiel vorangehen.»

Ganz auf Gas zu setzen, sei nur schon deshalb keine gute Idee, wenn man daran denke, dass es aus Russland komme. «Wir wollen unser Geld lieber lokal ausgeben.»Auf Erdwärme zu setzen, sei ein weiser Entscheid, sagte Stöff Sutter und hatte gleich den passenden Reim parat.

Ersatzwahl

Breu folgt auf Meli

Manuela Breu ist neues Mitglied der Kirchenvorsteherschaft. Die Kirchbürger wählten die Sozialpädagogin zur Nachfolgerin von Jrene Meli, die Ende März zurückgetreten war. Breu übernimmt das Ressort Jugend. Sie fühle sich der Kirchgemeinde seit der Kindheit verbunden und wolle helfen, dass die Pfarrei Menschen ein Stück Heimat bietet. (mso)

Pastoralraum

Der Starttermin ist fixiert

Der geplante Pastoralraum im Oberthurgau mit Amriswil, Arbon und Romanshorn sowie diversen kleineren Gemeinden nimmt Formen an. Am 25. September des nächsten Jahres soll er offiziell errichtet werden, sagte Gemeindeleiterin Anne Zorell. Vorgesehen ist, dass die drei Städte ihre eigene Leitung behalten. Eine Projektgruppe hat die Arbeit aufgenommen. (mso)