Romanshorn
Stadt verkauft der Firma Forster Profilsysteme aus Arbon Land und kann sich über Wertsteigerung von fast 2 Millionen Franken freuen

4,35 Millionen Franken zahlt das Unternehmen für die 15'544 Quadratmeter grosse Parzelle im Industriequartier Hof. Die Firma will dort eine neue Produktionsanlage für 130 Mitarbeiter bauen. Der Zeitplan ist offen.

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Blick von oben aufs Industriequartier Hof und die Parzelle, die den Besitzer gewechselt hat.

Blick von oben aufs Industriequartier Hof und die Parzelle, die den Besitzer gewechselt hat.

Bild: Donato Caspari

(mso) Der Termin beim Grundbuchamt kürzlich war der letzte Akt einer lange geplanten Ansiedelung des Arboner Unternehmens. Bereits seit 2018 fanden zwischen dem Romanshorner Stadtrat und Forster Gespräche zum Kauf der Parzelle 1657 und einer Umsiedlung in die Hafenstadt statt. Im September 2020 sind die beiden Parteien handelseinig geworden. Der Preis beläuft sich auf 4,352 Millionen Franken.

Die Stadt hatte das 15'544 Quadratmeter grosse Grundstück im April 2011 für 2,5 Millionen Franken erworben und als Finanzvermögen verbucht. Den Unterschied von fast 2 Millionen Franken will Stadtpräsident Roger Martin nicht als Gewinn bezeichnen. Es handle sich um eine realisierte Wertsteigerung für die Stadt im entsprechenden Betrag. Er sagt:

«Bei Liegenschaften im Finanzvermögen sind wir verpflichtet, uns an Marktpreise zu halten.»

Stadt legt Baugesuch und Gestaltungsplan gleichzeitig auf

Willi Lüchinger, CEO Forster Profilsysteme AG , mit Stadtpräsident Roger Martin beim Grundbuchamtstermin.

Willi Lüchinger, CEO Forster Profilsysteme AG , mit Stadtpräsident Roger Martin beim Grundbuchamtstermin.

Bild: PD/Rolf Müller

Da die Forster Profilsysteme AG seit 2018 belgische Eigentümer hat, war die formale Eigentumsübertragung gemäss Lex Koller erst mit Eingabe eines Baugesuches möglich. Diese Bedingung sei seit kurzem erfüllt, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Sie will das Baugesuch aus verfahrensökonomischen Gründen zusammen mit dem Gestaltungsplan auflegen, den kantonale Fachstellen derzeit vorprüfen.

Die Gestaltungspläne Gärtliszälg und Hof-Gärtliszälg im Industriegebiet Hof wurden im Mai öffentlich bekannt gemacht. Zudem fand am 3. Mai eine öffentliche Sprechstunde im Rahmen einer Videokonferenz statt. Es seien Anmerkungen insbesondere zu den Themen Verkehr, ÖV-Erschliessung und Langsamverkehr eingebracht worden, schreibt die Stadt. Der Stadtrat hat diese Eingaben kürzlich beantwortet und wird diese in den weiteren Planungen im Gebiet Hof einbeziehen.

Stadtpräsident ist zufrieden: Die Produktion bleibt im Oberthurgau

Stadtpräsident Roger Martin auf dem Land, wo die Firma Forster neu bauen will.

Stadtpräsident Roger Martin auf dem Land, wo die Firma Forster neu bauen will.

Bild: Donato Caspari

«Wir freuen uns sehr, dass es möglich war, das Traditionsunternehmen im Oberthurgau zu halten und eine Abwanderung zu verhindern», wird Stadtpräsident Martin in einer Mitteilung zitiert. Dies stärke nicht nur den Standort Romanshorn als regionalen Wirtschaftsmotor, sondern die ganze Region und damit auch den Kanton. Willi Lüchinger, CEO der Forster Profilsysteme AG, sagt:

«Der neue Standort passt perfekt für uns und ist ein klares Bekenntnis zur Region und zum Produktionsstandort Schweiz.»

Die Forster Profilsysteme AG wird nach dem Neubau mit etwa 130 Mitarbeitern nach Romanshorn ziehen, wo ihr im Gärtliszälg die rund doppelte Produktionsfläche wie bisher zur Verfügung stehen wird.

Die Firma vertreibt ihre im Thurgau entwickelten und produzierten Stahlsysteme weltweit. Die Anfänge des Unternehmens gehen bis ins Jahr 1874 zurück.