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Romanshorn spart bei den Wandergesellen: Jetzt zahlen Private das Weggeld

Die Stadt hat kein Geld mehr für Zimmerleute auf der Walz. Jetzt springen eine Frau und ein Mann in die Bresche. Das sei peinlich für die Verantwortlichen im Gemeindehaus, sagt ein Kritiker.
Markus Schoch
Marius Rimpel und Marc Hocke aus Deutschland waren 2011 auf Arbeitssuche in Romanshorn. (Bild: PD)

Marius Rimpel und Marc Hocke aus Deutschland waren 2011 auf Arbeitssuche in Romanshorn. (Bild: PD)

Aus Spargründen erhalten Wandergesellen von der Stadt seit diesem Jahr kein Weggeld mehr. Pro Jahr beliefen sich die Ausgaben auf 800 bis 1200 Franken. Ab kommendem Jahr müssen die Männer auf der Walz nicht mehr mit leeren Händen das Gemeindehaus verlassen. Pro Anfrage und Person werden wieder 20 Franken ausbezahlt.

Voraussetzung ist, dass die Gesellen in traditioneller Kleidung und mit Wanderstab erscheinen, ein Wanderbuch vorweisen und einen Zimmermannsspruch vortragen können, schreibt die Stadt in einer Mitteilung.

Eine Frau spendet 5000 Franken

Entnommen werden die Weggelder einem privat initiierten Fonds. Verwaltet wird die Kasse von der Stadt. Gefüllt ist sie aktuell mit 6000 Franken. Davon stammen 5000 Franken von einer anonym bleiben wollenden Einwohnerin, die Mitte September mit der Idee des Fonds an die Stadt herangetreten war, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Geldgeberin freue sich, ist dort zu lesen. «Einerseits für die Gesellen auf der Walz, die auch in Romanshorn wieder einen Zustupf erhalten, andererseits wegen der unbürokratischen Umsetzung durch die Stadt.» Die restlichen 1000 Franken der Ersteinlage spendete eine weitere Privatperson.

Kritiker ist nicht besänftigt

Bei dieser Person handelt es sich nicht um Richard Bilgeri, wie man vielleicht vermuten könnte. Er hatte in einem Leserbrief Ende Juni die Sparmassnahme kritisiert. Damals schrieb er:

«Ich finde sie traurig und peinlich.»

Und ebenso traurig und peinlich findet er, dass jetzt Private in die Bresche springen müssen, um den Ruf von Romanshorn zu retten und den Brauch aufleben zu lassen. Bilgeri drückte einmal selber zwei Zimmerleuten je eine Note in die Hand, nachdem sie bei der Stadt aufgelaufen waren.

Stadt sucht weitere Spender

Der Stadtrat hat am 6. November dem Reglement des Fonds zugestimmt und per 1. Januar 2019 in Kraft gesetzt. «Dabei würdigte und verdankte die Behörde auch das Engagement der Initiantin sowie der weiteren Privatperson.»

Für die langfristige Sicherung des Fonds sind gemäss Mitteilung weitere Spenden nötig, die von den Steuern absetzbar sind. Kontaktstelle ist die Finanzverwaltung der Stadt, 058 346 83 20.

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