Romanshorn
Rapper aus Romanshorn möchte Karriere machen – gemeinsam mit einer bekannten Sängerin vom Westbalkan nimmt er einen Song auf

Der 21-jährige Philip Jähnig hat sich ein Ziel gesetzt: Er möchte in der internationalen Musikbranche Fuss fassen. Durch einen Freund kam er zu einer Kollaboration mit der Sängerin Goga Sekulić, die schon seit über zwanzig Jahren erfolgreich auf Bühnen in verschiedenen Ländern auftritt. Bald wird der gemeinsame Track veröffentlicht.

Saskia Ellinger
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Der 21-jährige Philip Jähnig möchte als PJ86 Fuss in der Musikbranche fassen.

Der 21-jährige Philip Jähnig möchte als PJ86 Fuss in der Musikbranche fassen.

Bild: Daniel Iqbal

Schwere Beats und ein Rap, der jeden Takt betont, fast schon mit ihm verschmilzt: So lässt sich die Musik des Romanshorner Rappers PJ86 beschreiben. Momentan ist Musik für ihn noch ausschliesslich Hobby, «Kleinkram» nennt er selbst seine bisherigen Werke. Doch nun hat er Grösseres vor: Der 21-Jährige, der mit bürgerlichen Namen Philip Jähnig heisst, möchte in der internationalen Szene Fuss fassen.

Wie er das erreichen will? Die Antwort ist ein Name, der im Westbalkan durchaus bekannt ist: Goga Sekulić. Die Sängerin ist seit über 20 Jahren in der Musikbranche tätig. Einige Songs von ihr haben über drei Millionen Aufrufe auf Youtube, 50 000 Menschen folgen ihr auf der Plattform. Auf Instagram hat sie sogar über 176 000 Menschen, die ihr folgen. Gemeinsam mit ihr hat Philip Jähnig ein Lied, ein sogenanntes Feature, produziert.

«Der Track mit Goga Sekulić könnte ein grosser Schritt für meine internationale Popularität sein.»

Philip Jähnig rappt auf Deutsch, Goga Sekulić singt den Refrain auf serbisch. So tauge der Song sowohl für den deutschen Markt als auch für jenen im Westbalkan. Die Bilingualität des Stücks und Goga Sekulićs Bekanntheit stimmen Philip Jähnig zuversichtlich für den internationalen Durchbruch.

Freund verhalf ihm zu der Chance

Ein Feature mit einer bekannten Person, das ist für viele Musikerinnen und Musiker ein grosser Traum und oftmals das Sprungbrett für die Karriere in der Musikbranche. Philip Jähnig hat das vor allem einem seiner besten Freunde zu verdanken: Kurz vor einer Wochenendreise nach Belgrad hat Jähnigs Gspänli in Eigenregie Goga Sekulić auf Instagram angeschrieben. Er fragte sie, ob sie an einer gemeinsamen Arbeit mit Philip Jähnig interessiert wäre. Zur Überraschung der beiden hat die Sängerin gleich geantwortet. Sie wollte sich zu einem Gespräch treffen. In einem Cafe in der Hauptstadt Serbiens war es dann soweit, Philip Jähnig, sein Kumpel und Goga Sekulić trafen sich.

Philip Jähnig alias «PJ86» im Aufnahmestudio.

Philip Jähnig alias «PJ86» im Aufnahmestudio.

Bild: PD
«Sie hat gesagt, dass meine Musik ihr sehr gut gefalle und dass sie mich musikalisch unterstützen wolle, selbst wenn ich keinen Track mit ihr aufnehmen würde.»

Für Philip Jähnig war von Anfang an klar: Diese Chance lasse ich mir nicht entgehen. Seit zwei Jahren macht er nun schon selbst Musik, schreibt Texte, rappt auf Beats und nimmt alles auf. Nun hatte er die Gelegenheit, aus seinem «Kleinkram» etwas Grösseres und Professionelleres zu machen.

Song im Dezember produziert

Im Dezember flog Philip Jähnig zum zweiten mal nach Belgrad. Sein Kumpel, dem er die Chance zu verdanken hat, begleitete ihn und half ihm bei der Übersetzung. Sie trafen sich unter anderem mit den Videoproduzenten, dem Management und natürlich mit Goga Sekulić. Mit Hilfe anderer Künstler nahm Philip Jähnig dann gemeinsam mit der bekannten Sängerin den Song im Studio auf.

Philip Jähnig alias «PJ86» im Studio mit dem bosnischen Rapper Buba Corelli.

Philip Jähnig alias «PJ86» im Studio mit dem bosnischen Rapper Buba Corelli.

Bild: PD
«Es war wirklich atemberaubend: Ich war mit Musikern im Studio, die teilweise schon 108 Millionen Aufrufe bei Youtube auf gewissen Liedern haben, also wirkliche Grössen in der Szene sind.»

Nach einigem Feilen an Text und Beats zusammen mit den erfahrenen Musikerinnen und Musikern war das Werk recht schnell fertig. Herausgekommen ist ein Song in der Länge von drei Minuten.

Kommerzielle Texte für den Durchbruch

Der Text des Songs handelt von einem «Gangster-Paar», ähnlich wie Bonnie und Clyde, das zusammen durch dick und dünn geht. Eigentlich rappt der Romanshorner über persönliche Themen, vor allem aus seiner Vergangenheit. Für den Start in der Musikszene braucht es laut Philip Jähnig jedoch Texte, die die Allgemeinheit mehr ansprechen.

«Ich möchte einer Linie treu bleiben, aber gleichzeitig auch experimentieren.»

Neben dem grossem Traum der Musikkarriere zeigt sich Philip Jähnig auch realistisch. Seinen Job als Automatikmonteur wolle er vorerst nicht aufgeben, er gehe gerne zur Arbeit. So lange er nicht von der Musik leben könne, bleibe er bei seiner Arbeit.

Einige seiner Arbeitskollegen unterstützen Philip Jähnig, hören seine Musik. Für den Romanshorner, der ursprünglich aus Dresden kommt, ist es jedes Mal eine Freude, seine Lieder zu hören, wenn er die Räumlichkeiten seiner Arbeit betritt.

Track wird bald veröffentlicht

Am Anfang einer Karriere stehen meist mehr Kosten als Einnahmen. Die Produktion von Song und Video erfordern viel Geld. Mit dem gemeinsamen Track mit Goga Sekulić hatte Philip Jähnig Glück. Durch ihre Bekanntheit und seinen Status als Neuling verlangten die Produzenten teils weniger Geld.

«Meine Kosten hielten sich im kleinen Rahmen.»

Der Song wird wahrscheinlich Anfang April veröffentlicht. Gerne würden Philip Jähnig und Goga Sekulić zuvor noch ein gemeinsames Video produzieren. Die aktuellen Massnahmen bezüglich der Pandemie erschweren aber die Umsetzung.

Video: Youtube