ROMANSHORN
Hoffnungsschimmer für angehende Lehrlinge: 37 lokale Betriebe ermöglichen Schülern erste Einblicke in die Arbeitswelt

Am Dienstag hat der traditionelle Berufswahlparcours stattgefunden. Rund 170 Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, zwei Berufe kennenzulernen.

Saskia Ellinger
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In der Firma «Pro Nautik» in Romanshorn bekamen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Beruf des Bootfachwarts.

In der Firma «Pro Nautik» in Romanshorn bekamen die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Beruf des Bootfachwarts.

Bild: PD

«Es geht um die Zukunft der Schülerinnen und Schüler, aber auch die der Betriebe», sagt Markus Villiger, Schulleiter der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach, zum Berufswahlparcours, der am Dienstag stattgefunden hat. Der Anlass ist ihm wichtig, vor allem in Bezug auf seine Schützlinge.

Rund 170 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach sowie der Sekundarschulen Neukirch-Egnach und Uttwil-Dozwil-Kesswil hatten die Chance, zwei Berufe kennenzulernen. Villiger zeigt sich froh, der Schülerschaft diese Chance zu bieten:

Markus Villiger, Schulleiter der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach.

Markus Villiger, Schulleiter der Sekundarschule Romanshorn-Salmsach.

Bild: Reto Martin
«Wir können ihnen so ein Stück weit Normalität und Planung für ihren Berufswunsch bieten.»

Insgesamt 37 lokale Betriebe haben sich zur Verfügung gestellt. Die Auswahl war bunt durchmischt: Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit aus über 40 Berufsbildern wie Maler, Landschaftsgärtner oder Polygraf eine Wahl zu treffen, beim Besuch Fragen zu stellen sowie Kontakte zu knüpfen.

Lokale Betriebe möchten mitmachen

Laut Villiger waren dabei auch einige Branchen pandemiebedingt weniger vertreten, beispielsweise die Gesundheitsberufe, deren Schutzkonzepte die Teilnahme am Berufswahlparcours vielfach ausschloss. Und trotzdem haben sich einzelne Einrichtungen finden lassen, die mitmachten:

«Unter den Betrieben herrscht eine riesengrosse Bereitschaft für den Berufswahlparcours, immerhin sind auch sie auf Lehrlinge angewiesen.»

Sogar zwei Gastronomiebetriebe haben sich finden lassen. Auf die Schüler und Schülerinnen, die nicht in ihrem gewünschten Beruf Erfahrungen sammeln konnten, wird laut Villinger ebenfalls Rücksicht genommen: In Romanshorn haben sie die Möglichkeit, sich an zwei oder drei Tagen unbürokratisch von der Schule befreien zu lassen, um in Betrieben ihrer Wahl schnuppern zu gehen.

Ursprünglich im Herbst geplant

Die Schutzkonzepte der Betriebe mussten eingehalten werden. Ein Betrieb verlangte auch die Abgabe eines Coronaschnelltests, der vor Ort durchgeführt wurde.

«Das ist für uns vollkommen verständlich. Wahrscheinlich gelten für die Mitarbeitenden vor Ort dieselben Bedingungen, also auch für unsere Schülerinnen und Schüler.»

Ursprünglich war der Berufswahlparcours im vergangenen Herbst geplant. Wegen der Pandemie konnte er jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeführt werden. Sieben der damals teilnehmenden Betriebe haben sich aufgrund der Regelungen ihres Schutzkonzeptes für das Verschiebedatum abgemeldet.

Die Betriebe hätten ihr Bestes versucht, um die Jugendlichen zu empfangen. Bei wenigen hat es wegen der Coronamassnahmen nicht geklappt. Für Villinger jedoch verständlich, immerhin duldet der Schulleiter momentan auch keine aussenstehenden Personen im Schulhaus.

Aufwand hat sich gelohnt

Organisiert wird der jährliche Berufswahlparcours von der Arbeitgebervereinigung Romanshorn und Umgebung, vom Gewerbeverein Romanshorn und Umgebung sowie von der Sek Romanshorn-Salmsach. Dadurch seien sie nahe bei den Lehrbetrieben. Im Vergleich zu den pandemiefreien Vorjahren habe sich nicht sehr viel verändert.

«Normalerweise sind es etwa vierzig bis fünfzig Betriebe, wir konnten die Anzahl also recht gut beibehalten.»

Aufgrund der Verschiebung des Berufswahlparcours vom November in den März 2021 wurde mit jedem Betrieb direkt Kontakt aufgenommen. Zudem sei die Zusammenarbeit mit den Arbeitgeberorganisationen sehr eng gewesen. Der Aufwand war laut Villiger gross, doch für den Schulleiter, der die Zukunft seiner Schützlinge im Kopf hat, hat sich dieser gelohnt.