Hafenstadt
Romanshorn hisst die Segel: Die Stadt stellt «Schärenkreuzer» vor, das Projekt für eine neue Mehrzweckhalle

Seit der Schliessung des Bodan verfügt die Hafenstadt über keinen Saal mehr. Dieser Problematik haben sich nun der Stadtrat und die Schulbehörden angenommen. Die Lösung: Eine neue Dreifachturnhalle mit Mehrfachnutzung auf dem Bildungs- und Bewegungscampus.

Tanja von Arx
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So soll die Mehrzweckhalle dereinst aussehen.

So soll die Mehrzweckhalle dereinst aussehen.

PD

Romanshorn hat ein latentes Problem. Denn seit der Schliessung des Hotels Bodan verfügt die Stadt über keinen Saal mehr, in dem grössere Anlässe wie etwa Gemeindeversammlungen stattfinden können. Was die Sache nicht einfacher macht: Die Bevölkerung hat sich 2011 gegen einen Kredit für einen neuen Gemeindesaal ausgesprochen.

Der Stadtrat hat deshalb entsprechende Schritte in die Wege geleitet. Zusammen mit Primar- und Sekundarschulgemeinde ist man zum Schluss gekommen, dass die Lösung eine Dreifachhalle mit Mehrfachnutzung sei. Vertreter von Stadt und Schulen sowie Experten haben nun am Donnerstag das Siegerprojekt «Schärenkreuzer» im Rahmen eines Architekturwettbewerbes vorgestellt, das ein Winterthurer Architekturbüro entwickelt hat.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Roger Martin, Stadtpräsident von Romanshorn.

Donato Caspari

Stadtpräsident Roger Martin sagte anlässlich der Pressekonferenz:

«Schärenkreuzer sind sportliche Segelboote, das passt optimal zur Hafenstadt.»

Platz für Tausend Personen

«Schärenkreuzer» ist ganz im Sinn des Namens eine Dreifachturnhalle mit einfacher Gebäudestruktur und effizienter Raumorganisation; ein Gebäudekomplex in Holzbaustruktur, der Platz für Versammlungen mit bis zu Tausend Personen sowie für grössere Fest- und Sportveranstaltungen bietet (siehe Bilder). Gemäss Jury besticht der Grundriss durch ebenerdige Hallen mit den wichtigsten Nutzungen auf einem Niveau. Der angedachte Bau verfügt über eine Photovoltaikanlage, grossflächige Fenster, ein begrüntes Vordach und eine mit Metall verkleidete, gedämmte Fassade. Die Garderoben befinden sich im UG, die Zuschauergalerie im OG.

Innenansicht von «Schärenkreuzer».

Innenansicht von «Schärenkreuzer».

PD

Die Halle soll am westlichen Rand des Bildungs- und Bewegungscampus zu stehen kommen, wo Sek, Kanti und Teile der Primarschule liegen. Geplant sind ausserdem ein Freiraum zum Dorfbach in Richtung Norden und Sitz- sowie Spielelemente auf der Wiese östlich des Gebäudes.

Hanspeter Heeb, Primarschulpräsident.

Hanspeter Heeb, Primarschulpräsident.

Donato Caspari

Primarschulpräsident Hanspeter Heeb sagt an der Medienorientierung:

«Wir haben Freude am Projekt.»

Es überzeuge, und es sei «wichtig für Primaschüler und Jugendliche».

Walo Bohl, Sekundarschulpräsident.

Walo Bohl, Sekundarschulpräsident.

Andrea Stalder

Sekundarschulpräsident Walo Bohl spricht von einem «tollen Zwischenresultat». Mit dem Neubau hätte man trotz steigender Schülerzahlen auch künftig genügend Turnraum, dies «in unmittelbarer Nähe zu den Schulanlagen».

Kostenpunkt: 13 bis 15 Millionen

Das Gelände, auf dem «Schärenkreuzer» zu stehen kommen soll, gehört der Stadt bereits. Im April will man nun auch die Sportvereine ins Boot holen. Bis im Herbst soll das Vorprojekt ausgearbeitet sein, inklusive Kostenvoranschlag – die Kosten belaufen sich laut Schätzungen auf 13 bis 15 Millionen Franken. Anfang nächsten Jahres sollen die Romanshornerinnen und Romanshorner dann bereits über das Projekt abstimmen können.

Heute Samstag beginnt zu «Schärenkreuzer» eine Ausstellung in der Aula der Primarschule Rebsamen.

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