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Das verschmähte Geschenk: Romanshorn mustert die Hafenbühne wahrscheinlich aus

Die mobilen Elemente stehen seit zwei Jahren im Werkhof. Dabei würde sie die Stadt gratis für Konzerte und ähnliches auf der Hafenpromenade oder im Seepark zur Verfügung stellen. Doch niemand will das Mobiliar nutzen.
Markus Schoch
Die Hafenbühne stand meist leer auf der Hafenpromenade oder im Seepark rum. (Bild: Reto Martin, 29.6.2016)

Die Hafenbühne stand meist leer auf der Hafenpromenade oder im Seepark rum. (Bild: Reto Martin, 29.6.2016)

Die Einweihung im Sommer vor fünf Jahren war ein grosses Ereignis. Rund 2000 Personen besuchten das Konzert von Marc Sway auf der Hafenbühne. Sie sollte Leben auf das ehemalige Güterschuppenareal bringen, das die Stadt 2012 von den SBB mieten und später für 3,2 Millionen Franken kaufen konnte. Die Idee kam von einer Arbeitsgruppe, die sich Gedanken machte, wie die neue Flaniermeile mit einer Fläche von rund 9000 Quadratmetern zu einem Treffpunkt für die Bevölkerung werden kann. Unbekannte und bekannte Künstlerinnen und Künstler sowie Vereine sollten ohne grossen Aufwand und unkompliziert eine Plattform für Auftritt direkt am See erhalten - gratis zur Verfügung gestellt von der Stadt.

Doch die Hafenbühne entwickelte sich nicht zu dem, was sich die Stadt und die TKB als Hauptsponsor erhofft hatten. Kaum jemand nutzte sie. Stefan Krummenacher vom Romanshorner Stadtmarketing sagt:

«Sie ist nicht zu einem Selbstläufer geworden. Die Nachfrage war nicht da.»

Und daran änderte sich auch nichts, als die mobile Bühne mit Bänken im Seepark stand. Die letzten beiden Jahre blieb sie schliesslich auch den Sommer über im Werkhof eingelagert, weil sie niemand buchen wollte, sagt Krummenacher. Das entsprechende Reservationsformular war die ganze Zeit auf der Website der Stadt aufgeschaltet.

Einfach und gratis

Die Hafenbühne ist gemäss Reglement der Stadt für einfache und unkomplizierte Veranstaltung gedacht. Sie soll wie ein Musikpavillon für Kleinkunst genutzt werden. Die Auftritte sind auf 120 Minuten begrenzt, die Künstler müssen im Normalfall ohne Verstärker auskommen und brauchen in jedem Fall eine Bewilligung der Stadt. Die Nutzung ist gratis. (mso)

Die Stadt überlegt sich jetzt, wie es mit der Hafenbühne weiter gehen soll. Im Moment klären die Verantwortlichen ab, in welchem Zustand sich die Elemente befinden und wie hoch die Kosten wären, sie instand zu stellen, sagt Krummenacher. Wind, Regen und Sonne sind nicht spurlos am Holz vorbei gegangen. Anfang Jahr soll dann entschieden werden, ob sich die Investition lohnt oder nicht.

«Am Design liegt es sicher nicht»

Einweihung der Hafenbühne mit Marc Sway im Jahr 2014. (Bild: Nana do Carmo)

Einweihung der Hafenbühne mit Marc Sway im Jahr 2014. (Bild: Nana do Carmo)

Das mangelnde Interesse an der Hafenbühne kann sich Krummenacher nicht erklären. «Das ist extrem schwierig zu sagen. Am Design liegt es sicher nicht.» Die Stadt habe alles versucht, um das Mobiliar zu bewerben, beispielsweise an den Treffen mit den Vereinen oder mit Aufrufen im amtlichen Publikationsorgan. Die Stadt selber könne nicht als Veranstalter auftreten, weil das die personellen und finanziellen Möglichkeiten überspanne.

Walter Eggenberger, der Leiter der TKB in Romanshorn, hätte es sich wie Krummenacher anders gewünscht. «Es ist schade. Ich hatte gehofft, dass die Hafenbühne mehr bespielt wird.» Es lasse sich aber nichts erzwingen. Die Stadt und die TKB als Sponsor seien sich aber von Anfang an bewusst gewesen, dass es keine Erfolgsgarantie gebe.

«Es war ein Versuchsballon.»

Dass die Stadt jetzt mit Blick auf den anstehenden Unterhalt Aufwand und Ertrag abschätze, sei nicht mehr als richtig. Letztlich sei es aber ihr Entscheid. «Die Hafenbühne gehört der Stadt. Das weitere Vorgehen bestimmt sie.»»

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