Romanshorn
«Eine grosse Ehre für mich»: Hansjürg Oesch fährt auf der goldenen Schiene in den Ruhestand

Nach seiner letzten Fahrt als SBB-Zugführer erhielt der Romanshorner Filmer eine spezielle Auszeichnung für seine Verdienste um den Hochgeschwindigkeitszug TGV.

Markus Boesch
Merken
Drucken
Teilen
Hansjürg Oesch erhält aus der Hand von Pierre Sutter, dem Vizepräsidenten der Vereinigung der TGV-Lokführerinnen und -Lokführer, die goldene Schiene.

Hansjürg Oesch erhält aus der Hand von Pierre Sutter, dem Vizepräsidenten der Vereinigung der TGV-Lokführerinnen und -Lokführer, die goldene Schiene.

Bild: Barbara Bewert

Vor der Jahrtausendwende hat Hansjürg Oesch begonnen, den französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV (Train à grande vitesse) in bewegten Bildern festzuhalten. Und seither hat er sich fast alles zu dessen technischen Belangen rund um diese Bahn-Erfolgsgeschichte angeeignet. Er wisse viel mehr als andere TGV-Mitarbeiter, sei ihm oft von seinen französischen Kollegen attestiert worden. Oesch sagt:

«2003 bin ich dann in die Vereinigung der TGV-Lokführerinnen und -Lokführer aufgenommen worden. Und dies als Nicht-Lokführer. Da bin ich wohl der Einzige mit diesem Status aus der Schweiz.»

Durch diese Mitgliedschaft hatte und habe er Zugriff auf die technischen Manuale. Das habe ihm beim Aneignen von Wissen für seine Filme enorm geholfen, sagt Hansjürg Oesch.

Zum TGV-Jubiläum dreht Hansjürg Oesch einen Film

In diesen vergangenen Jahrzehnten hat er zahlreiche französische Lokführer kennen gelernt. Einige von ihnen hat er in seinem Film «30 Jahre TGV» auch porträtiert. Und dieser Film war sicher mit ein Höhepunkt in seinem filmischen Schaffen. Genauso wie ebendiese goldene Schiene: Pierre Sutter, der Vizepräsident der Vereinigung – ein Schweizer Lokführer, der auch auf TGV-Zügen gefahren ist – übergab sie ihm im Rahmen einer kleinen Feier in Zürich: «Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Das ist eine grosse Ehre für mich.»

Nach der Pensionierung ist seine Zukunft in Sachen Film noch offen. Aus seiner Sicht klar sei die Zukunft des TGV: Das entsprechende Netz sei auf einem hohen Stand und die Schweiz mit ihren Anbindungen in einer privilegierten Lage. Überhaupt befänden sich die Hochgeschwindigkeitszüge und -linien in Europa auf einem guten Niveau – auch die Verknüpfungen derselben würden zunehmend besser.