Romanshorn: Diese Schule hat einen Vogel

Am Samstag hat die Primarschulgemeinde das neue Schulhaus Im Grund eingeweiht. Es soll dank des grosszügigen Platzes mit Pavillon zu einem Treffpunkt für das ganze Quartier werden. Identifikationsfigur ist ein Specht.

Markus Schoch
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Der Quartierplatz mit Pavillon soll zu einem Begegnungsort für die Bevölkerung werden. (Bild: Andrea Stalder)

Der Quartierplatz mit Pavillon soll zu einem Begegnungsort für die Bevölkerung werden. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist selbst an einem verregneten Tag wie diesem hell. Und es riecht nach Holz. Denn fast alles ist aus Holz in diesem Gebäude. Nicht nur die Fassade, sondern auch die tragenden Elemente wie Decken und Wände. 360 Kubikmeter aus Schweizer Wäldern sind verbaut worden. Zu verdanken sei das nicht zuletzt Daniel Hungerbühler, der sich als Förster in der Baukommission für die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes stark gemacht habe, sagte Architekt Edwin Kunz bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes am Samstag. «Ohne ihn hätten wir keinen Holzbau.»

Specht Romy sitzt im Eingangsbereich des Schulhauses und ist für das Pausenzeichen verantwortlich. (Bild; Andrea Stalder)

Specht Romy sitzt im Eingangsbereich des Schulhauses und ist für das Pausenzeichen verantwortlich. (Bild; Andrea Stalder)

Passend zur Materialisierung haben Olivia Fontane und Benno Kalt eine Wand im Eingangsbereich mit Bäumen bemalt nach einem Motiv von Walter Schawalder, der mit Christoph Sutter zusammen auf die Eröffnung hin ein Kinderbuch gestaltet hat. Es geht dabei um den Specht Romy, der seinen Baum im Romanshorner Wald verliert, weil das Holz für den Bau des Schulhauses gebraucht wird. Dieser bunte Vogel hockt jetzt auf einem Baum des Wandbildes und macht Klopfzeichen, wenn für Schüler und Lehrer Zeit für eine Pause beziehungsweise den Unterricht ist.

«Holen Sie das Beste heraus»

Nicht nur von dieser Spielerei zeigte sich Beat Brüllmann angetan. Das ganze Schulhaus sei gelungen und biete Schülern und Lehrern gute Lern- beziehungsweise Arbeitsbedingungen. «Holen Sie das Beste heraus», ermunterte der Chef des Amtes für Volksschule die Festgemeinde.

Die Schulzimmer sind hell und wirken dank des Holzes warm. (Bild: Andrea Stalder).

Die Schulzimmer sind hell und wirken dank des Holzes warm. (Bild: Andrea Stalder).

Er freue sich riesig über das neue Schulhaus, sagte Primarschul-präsident Hanspeter Heeb. Die Einweihung sei auch für die Stadt «eine grosse und ganz spezielle Sache», erklärte Stadtpräsident David H. Bon. Das Gebäude sei ein Symbol für die Zukunft der Hafenstadt, die bekanntlich der Jugend gehört. Und darum begrüsste Bon die anwesenden Schulkinder als erste. Besondere Freude habe er am «wunderschönen Platz», der ein Geschenk an die Bevölkerung sei und auf eine Idee der Stadt zurück gehe, sagte Bon. Das Projekt sei ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schule, die bereits beim Spielplatz unweit des neuen Schulhauses bestens funktioniert habe. Er hoffe und wünsche, dass dieser Platz mit Pavillon zu einem Treffpunkt des Quartieres werde, sagte Baukommissions-Präsident Andreas Goldinger, dem Architekt Kunz attestierte, während der eineinhalbjährigen Bauzeit immer alles im Griff gehabt zu haben.

Zehn Meter hoch: Das grosse Wandbild im Engangsbereich ist ein Blickfang. (Bild: Andrea Stalder)

Zehn Meter hoch: Das grosse Wandbild im Engangsbereich ist ein Blickfang. (Bild: Andrea Stalder)

Die Swing Kids umrahmten den Anlass musikalisch. Mit gutem Grund: Bandleader Dai Kimoto hat die Musik für das Schulhauslied mit dem Titel «Mer sind do im Grund» geschrieben, zu dem Christoph Sutter den Text geliefert hat. Das erste Mal vor Publikum zu hören war es am Samstagmorgen, gesungen von Zweitklässlern. Die Festgemeinde war sehr angetan und spendete viel Applaus, den auch die Swing Kids für ihr kurzes Konzert bekamen.

Premiere des Schulhausliedes: Swing Kids-Bandleader Dai Kimoto hält einer Schülerin das Mikrofon hin.(Bild: Markus Bösch)

Premiere des Schulhausliedes: Swing Kids-Bandleader Dai Kimoto hält einer Schülerin das Mikrofon hin.(Bild: Markus Bösch)

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Markus Schoch

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