Romanshorn
Banker, Künstler, Kunststoffrecycler: Martin Näf ist neuer Leiter der Musikschule

Sein Weg führte ihn von der Verwaltung zum Hilfskoch und vom Schulsekretär jetzt zum Schulleiter. Der Bandleader will Traditionen bewahren und gleichzeitig Neues ausprobieren.

Markus Bösch
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Martin Näf singt und spielt Gitarre.

Martin Näf singt und spielt Gitarre.

Bild: Markus Bösch

Seit bald vier Jahren ist Martin Näf Sekretär der Romanshorner Musikschule. Am 1. August ist er zudem zu deren Leiter gewählt worden: «Bereits vorher war die Zusammenarbeit mit dem Schulleiter Samuel Forster sehr eng. Dadurch habe ich viele der jetzigen Tätigkeitsbereiche kennen gelernt.» Für Leitung und Verwaltung arbeite er mit einem Pensum von 80 Prozent. Näf sagt:

«Diese Musikschule passt für mich sehr gut.»

Durch die vielen Kontakte mit dem Lehrkörper, den Behörden, den Eltern und Vereinen komme sogar langsam ein «Ich bin zu Hause»-Gefühl auf, sagt Näf mit einem Lächeln.

Musik ist Passion

Sein beruflicher Werdegang ist nicht gradlinig: Nach der Verwaltungslehre auf der Gemeinde Lütisburg war Näf während zehn Jahren in verschiedenen Bereichen einer Bank beziehungsweise der St.Galler Kantonalbank und vier Jahre im Rechtsdienst der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) tätig. Vorher, im Alter von 30 Jahren, war er unterwegs in Berlin und in der Ostschweiz, als freischaffender Künstler, Hilfskoch und Kunststoffrecycler.

2015 feierte die Musikschule Romanshorn ihr 40-Jahr-Jubiläum mit einer Zirkusvorstellung am Hafen.

2015 feierte die Musikschule Romanshorn ihr 40-Jahr-Jubiläum mit einer Zirkusvorstellung am Hafen.

Bild: Reto Martin

Seine Leidenschaft als Musiker hat er schon früh entdeckt: Seit einem Vierteljahrhundert ist er Leader der Band Do it like Erny, mit der er – vielleicht als Höhepunkt – sogar in Los Angeles aufgetreten ist. Er, der singt und Gitarre spielt, hat schon über 100 eigene Kompositionen verfasst. Und dies, ohne dass er Noten lesen kann.

Qualität kommt vor Quantität

Spannend sei für ihn, dass die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer schon überaus lange in Romanshorn unterrichtet. Darum: Tradition sei wichtig, dürfe und solle gepflegt werden. Näf sagt:

«Wir haben noch Potenzial in Bereichen, wo es noch keine Angebote gibt. Zum Beispiel beim Songwriting oder in Bezug auf elektronische Musikproduktion.»

Wichtig sei ihm, dass «diejenigen, die zu uns kommen, auch das erhalten, was sie sich in und mit der Musik erhoffen». Und ganz grundsätzlich soll Qualität vor Quantität kommen. Dazu gehöre mittelfristig auch die Frage der Räumlichkeiten – die am jetzigen Standort nicht nur optimal seien.

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