Rollstuhlfahrer Roman Hertach aus Steinebrunn kann jetzt endlich mit dem Zug an die St.Galler Matches

Der Bahnhof Steinebrunn wurde umgebaut und ist neu behindertengerecht. Roman Hertach freut’s.

Sheila Eggmann
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Roman Hertach ist in Steinebrunn aufgewachsen und wohnt auch heute noch dort. (Bild: Sheila Eggmann)

Roman Hertach ist in Steinebrunn aufgewachsen und wohnt auch heute noch dort. (Bild: Sheila Eggmann)

Roman Hertach braucht für den Weg von seinem Haus zum Bahnhof nur knapp zehn Minuten. Doch das nützte ihm bisher nichts: Es war für den Mann im Rollstuhl nicht möglich, in Steinebrunn in den Zug einzusteigen. Das hat sich jetzt geändert. Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) baut für rund 2.2 Millionen Franken den Bahnhof behindertengerecht um. Start war im April, jetzt wird noch der Feinschliff gemacht.

Hertach ist grosser FC St. Gallen Fan. Er hat beim Club schon seit Jahren die Saisonkarte. «Jetzt kann ich endlich mit dem Zug an die Matches», sagt der 36-Jährige. Mit der Saisonkarte ist das Bahnticket automatisch dabei. Bisher musste er mit dem Auto hinfahren und vor Ort auch noch 15 Franken Parkgebühren zahlen. «Auch das Feeling ist ganz ein anderes», sagt er, «wenn man im Zug anreist und alle grün-weiss gekleidet sind, kommt eine andere Stimmung auf als im Auto.»

Projektleiter zieht positive Bilanz

Richard Enz, SOB Gesamtprojektleiter (Bild: PD)

Richard Enz, SOB Gesamtprojektleiter (Bild: PD)

Mit Steinebrunn zusammen sind nun 28 Bahnhöfe auf dem SOB-Streckennetz behindertengerecht. Die übrigen fünf noch ausstehenden Haltestellen seien in Planung und würden bis spätestens Ende 2023 umgebaut werden, sagt Richard Enz, Gesamtprojektleiter der SOB. In Steinebrunn hat die Bahn unter anderem das Perron von 135 Meter auf 170 Meter verlängert und die Wartehalle ersetzt. Die nicht mehr benötigten Abstellgleise wurden abgebrochen und eine Grünfläche mit grosser Artenvielfalt erstellt (unsere Zeitung berichtete).

Zudem hat die SOB den Veloständer ersetzt, dies im Auftrag der Gemeinde Egnach. «Im Moment verlegen wir die Parkplätze und sanieren das Bahnhofgebäude», sagt Enz. Dort entstehe zusätzlich eine behindertengerechte Toilette. Der Gesamtprojektleiter zieht eine positive Bilanz: «Grundsätzlich ist der Umbau bis jetzt sehr gut verlaufen.» Die Hauptschwierigkeit sei gewesen, das neue Perron unter Betrieb zu bauen, das heisst, wenn die Züge fahren. «Deshalb konnten die gleisnahen Arbeiten nur während den Nacht ausgeführt werden.»

Auf die Frage, was sich in der Umgebung aus Sicht eines Rollstuhlfahrers sonst noch verbessern kann, fällt Hertach spontan nichts ein. Nur folgende Anekdote: «Die Infoveranstaltung für dieses Projekt, in dem es um etwas Behindertengerechtes geht, war im ersten Stock. In einem Haus ohne Lift», sagt er.

Neue Rampe

Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz müssen alle Bahnhöfe und Haltestellen bis 2023 behindertengerecht umgebaut sein. Dies beinhaltet barrierefreie Zugänge zum Perron. In Steinebrunn wurde dazu eine Rampe gebaut.

In Egnach geben die hohen Investitionen zu reden

Die Bürger der Gemeinde Egnach segnen die Rechnung und den Geschäftsbericht nach zwei Wortmeldungen ab. Christina Holzer und Michael Waldburger waren zum letzten Mal als Gemeinderäte dabei.
Sheila Eggmann