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Rollstuhlfahrer ärgert sich über Romanshorner Erlebniscontainer

Die Schwelle stört: Rollstuhlfahrer Silvan Mumenthaler ist enttäuscht vom Erlebniscontainer an der Hafenpromenade. Er kann die Ausstellung nicht besuchen.
Valentina Thurnherr
Der Kunstcontainer auf der Hafenpromenade bei der Eröffnung. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kunstcontainer auf der Hafenpromenade bei der Eröffnung. (Bild: Andrea Stalder)


Er will sich die Ausstellung im Erlebniscontainer gerne ansehen, hat aber keine Chance allein ins Innere zu gelangen. «So etwas ist diskriminierend für körperlich behinderte Menschen», sagt Silvan Mumenthaler, der selbst im Rollstuhl sitzt und sich per E-Mail an die Redaktion gewendet hat. Hinzu komme, dass die ausgestellten Stücke derart hoch hingen, dass selbst ein Kind sie sich nicht ansehen könne. «Ich frage mich ernsthaft, ob ich hier nicht erwünscht bin.»

Verantwortliche suchen
nach einer Lösung

Das Mini-Museum öffnete am vergangenen Freitag seine Türen und soll laut Thurgau Tourismus-Geschäftsführer Rolf Müller vor allem Touristen anlocken, die sich auf einer Reise durch die Schweiz befinden. Damit scheinen laut dem Romanshorner Mumenthaler aber nur solche gemeint zu sein, die gehen können. Verantwortliche suchen nach einer Lösung Nathalie Meo, stellvertretende Geschäftsführerin von Thurgau Tourismus, sagt auf Anfrage, dass sie nicht die Absicht hatten eine bestimmte Gruppe auszugrenzen. Sie könne die Enttäuschung aber durchaus nachvollziehen. «Das Museum ist ein umgebauter Frachtcontainer, der an sich schon wenig Raum bietet. Hinzu kommt, dass durch die 3D-Leuchtskulptur im Innern nur begrenzt Platz besteht», sagt Meo.

Ideen für Infos ausserhalb
des Containers

Die Projektverantwortlichen würden nun prüfen wo weitere Informationen ausserhalb des Containers angebracht werden könnten. «Wir haben schon einige Ideen, wie wir behindertengerechte Elemente umsetzen können, diese sind aber noch in der Pipeline.» Bis zu den Sommerferien werde aber definitiv etwas installiert, vermutlich im Bereich der Kreidewand. Damit werden die Informationen für alle Personen gleichermassen verfügbar sein, verspricht Meo.

Der Erlebniscontainer kostete insgesamt 156000 Franken. Die Stadt Romanshorn leistete dazu einen einmaligen Beitrag von 30000 Franken. «Wenn schon Steuergelder verwendet werden, dann sollte die Installation auch für alle zugänglich sein», sagt Mumenthaler.

Gesetz will Benachteiligung verhindern

Das Behindertengleichstellungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist, hat zum Zweck, Benachteiligungen zu verhindern, zu verringern oder zu beseitigen, denen Menschen mit Behinderungen ausgesetzt sind. Laut dem Bundesgesetz liegt eine Benachteiligung beim Zugang zu einer Einrichtung vor, wenn der Zugang für Behinderte aus baulichen Gründen nicht oder nur unter erschwerenden Bedingungen möglich ist. (vat)

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