Roggwil
Mit Sägen, Pickeln und Gabeln: Zivildienster kümmern sich um den Unterhalt des Riedbachs

Kürzlich hat eine Gruppe Zivildienstleistender im Auftrag der Gemeinde Uferpflanzen geschnitten und den Bach gesäubert. Die Männer haben mit dem örtlichen Werkhof und mit Bauern gearbeitet. Koordiniert haben den Einsatz die Wälli Ingenieure mit Sitz in Arbon.

Trudi Krieg
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Junge Männer sägen und räumen entlang dem Bachbett auf.

Junge Männer sägen und räumen entlang dem Bachbett auf.

Trudi Krieg

Am Riedbach in Roggwil ist eine Gruppe Zivildienstleistender im Einsatz gewesen. Im Auftrag der Gemeinde säuberte sie mit dem örtlichen Werkhof und mit Bauern den Bach und regulierte Uferpflanzen. Die Wälli Ingenieure Arbon haben den Einsatz koordiniert.

Einsatzleiter Matthias Zehnder von der Stiftung Wirtschaft und Ökologie Schwerzenbach sagte:

«Das Ziel des Projektes ist es, den an sich guten Zustand zu erhalten und zu verbessern und einen Beitrag zur ökologischen Aufwertung zu leisten.»

Die Gemeinde Roggwil weist denn mit elf Bächen in einer Gesamtlänge von 31,8 Kilometern eine sehr hohe Bachdichte auf. Der Hochwasserschutz soll gewährleistet sein.

Die Männer holten Sachen aus dem Bach. Sie arbeiteten mit Sägen, Pickeln und Gabeln. Abgeschnittene Äste und Gestrüpp stapelten sie am Rand der angrenzenden Wiese. Bauer Reto Wohlfender führte diese später weg und verarbeitet einiges zu Material fürs Holzfeuer.

Arbeit fördert Biodiversität

Zehnder gab sein Wissen über Landschaftspflege weiter. «Hecken dem Bach entlang bieten zahlreichen Vögeln, Insekten und andern Kleintieren Nahrung und Unterschlupf und halten mit ihren Wurzeln das Erdreich am Ufer zusammen.» Ein gezielter Rückschnitt fördere die Biodiversität und werte die Landschaft auf.

«Haselsträucher wachsen sehr schnell in die Höhe und verdrängen die Pflanzenvielfalt im Unterholz», so Zehnder. Darum schnitt man sie zurück. «Brombeeren dürfen wachsen, aber nicht alles überwuchern.» Es brauche etwas Dorniges, damit die Vögel ihre Nester in einem geschützten Bereich bauen könnten. Holundersträucher blieben stehen. Heckenkirschen, Liguster, Traubenkirschen, Wildrosen, Schwarzdorn und vieles mehr soll Platz haben unter den höher wachsenden Pflanzen, sich aber auch nicht zu weit ins Kulturland ausbreiten.

Eiche als Zukunftsbaum

Durch den Klimawandel verändern sich die Pflanzen laut Zehnder natürlich. «Fichten gehen in den hiesigen Wäldern eher zurück, da ihnen zu warm wird.» Den Erlen mache ein Pilz den Garaus. Erlen wachsen gerne an Bachläufen, aber sie treiben zu weitläufige Wurzeln und können damit den Abfluss behindern. Quasi als Zukunftsbaum sieht Zehnder die wärmetolerante Eiche. «Aber sie wächst so langsam, dass ihr die Zeit davonläuft.»