Roggwil
«Bisher hat es einfach noch nicht gezündet»: Die Roggwiler tun sich schwer mit der Zukunft ihres «Ochsen»

Seit August sucht die Gemeinde Vorschläge für die Zwischennutzung des ehemaligen Restaurants. Doch die Ideen aus der Bevölkerung sind laut Gemeindepräsident Gallus Hasler schwierig umsetzbar. Denn bisher wollen alle das Gleiche: eine Beiz.

Alessa Sprinz
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Das ehemalige Gasthaus Ochsen in Roggwil steht derzeit leer.

Das ehemalige Gasthaus Ochsen in Roggwil steht derzeit leer.

Andrea Stalder (28. Februar 2019)

Gallus Hasler wartet auf eine bahnbrechende Idee. «Bisher hat es einfach noch nicht gezündet», sagt der Roggwiler Gemeindepräsident. Es geht darum, wie der «Ochsen» zwischengenutzt werden soll. Im August sagten die Roggwiler an der Gemeindeversammlung «Ja» zum Kauf des ehemaligen Gasthauses. Die Überschreibung war laut Hasler am 1. Dezember. Somit gehört das beliebte ehemalige Restaurant jetzt der Gemeinde.

Diese weiss aber noch nicht genau, was sie nun daraus machen will. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, in drei bis fünf Jahren eine definitive Lösung ausgearbeitet zu haben. In der Zwischenzeit ist die Gemeinde auf der Suche nach einer Übergangslösung für das Gebäude. Die Gemeindeversammlung gab dem Gemeinderat im August den Auftrag, an der nächsten Versammlung ein Konzept zur Zwischennutzung zu präsentieren. Die Gemeinde ihrerseits hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, Ideen einzubringen.

Drei Vorschläge von 3000 Einwohnern

Drei Vorschläge seien seither bei der Gemeinde eingegangen, sagt Hasler auf Anfrage. Für eine 3000-Seelengemeinde scheint das ziemlich wenig zu sein. Hasler sieht das anders: «Das ist gut», sagt er. Er wolle es positiv sehen.

«Es braucht wenig. Eine zündende Idee würde schon reichen.»

Was die Vorschläge aus dem Volk beinhalten? «Die Weiterführung des Restaurants», sagt Hasler. Konkreter könne er dazu keine Auskunft geben, da die Vorschläge nicht detaillierter formuliert seien.

Eine Wiedereröffnung des ehemaligen Restaurants ist laut Hasler aber nicht einfach umzusetzen. «Man müsste einen Pächter finden, der eine Investition tätigt, um diesen nach Ende der Zwischennutzung in ein paar Jahren wieder zu kündigen», sagt Hasler.

Über dem ehemaligen Gasthof «Ochsen» scheint die Sonne.

Über dem ehemaligen Gasthof «Ochsen» scheint die Sonne.

Andrea Stalder (28. Februar 2019)

Besonders jetzt in der Krise dürfe es schwierig sein, jemanden zu finden, der ein Restaurant eröffnet. Zumal diese immer wieder ihre Öffnungszeiten anpassen oder ganz schliessen müssen. Hasler hofft auf weitere Ideen. Diese will die Gemeinde der Bevölkerung an der nächsten Gemeindeversammlung im Mai präsentieren.

Ideensammlung für langfristige Lösung

Parallel dazu will die Gemeinde im Januar mit der Ideensammlung für die definitive Lösung beginnen, was sich coronabedingt nun etwas anders gestalten wird als geplant. Um auszuarbeiten, wie das Grundstück langfristig genutzt werden soll, plant der Gemeinderat einen Workshop mit der Bevölkerung durchzuführen. Dieser müsse vorerst verschoben werden, sagt Hasler, und fügt an:

«Es ist noch alles offen.»

Das heisst, dass der Abbruch des «Ochsen» keineswegs beschlossene Sache ist. Auch eine Sanierung sei möglich. Falls die Gemeinde das Projekt ohne Investor realisiert, könnte es einen öffentlichen Wettbewerb geben. Auch ein Geschäftshaus mit Wohnungen sei denkbar.

«Wir wollen die beste Lösung.»

Diese habe man bis jetzt einfach noch nicht gefunden.

Ein Restaurant würde nicht lange überleben

Zur besten Lösung gehört für einige Roggwiler auch langfristig ein Restaurant. Hasler steht dieser Idee nach wie vor kritisch gegenüber. Das Verhalten der Bevölkerung habe sich geändert. «Man geht nicht mehr zum Feierabendbier ins Restaurant.» Ein Restaurant würde so nicht lange überleben. Ausserdem will die Gemeinde kein Restaurant bewirtschaften. Man wolle keine Konkurrenz finanzieren und damit anderen Gastrobetrieben die Kunden wegnehmen.

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