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In Weinfelden sind Robert und Julia am Herde gestanden

Bewohner des Vivalas, einer Stiftung für Menschen mit Beeinträchtigung, haben mit Gildeköchen einen Zmittag zubereitet. Beide Seiten haben gleichermassen Freude aneinander gehabt.
Viviane Vogel
Unter Anweisung der Köche Gerhard Kiniger, Roger Stressle und Jürg Langer helfen die Bewohner in der Küche. (Bild: Andrea Stalder)

Unter Anweisung der Köche Gerhard Kiniger, Roger Stressle und Jürg Langer helfen die Bewohner in der Küche. (Bild: Andrea Stalder)

«Wenn du schnell machst, tut es nicht weh», versichert Gerhard Kiniger, ein Botschafter der Schweizer Gilde-Köche, seiner ausserordentlichen Gehilfin. «Aber es ist viel zu heiss», gibt das Mädchen zurück. «Ja, das ist es wirklich», pflichtet Kiniger ihr geduldig bei. «Aber wenn du schnell machst, dann spürst du es nicht. Schau mal, so geht das.» Kiniger packt eine heisse Frühlingsrolle und platziert sie sofort auf dem Blech. Jedes Mal, wenn eine landet, macht er «hopp!». Das macht dem Mädchen Freude. «Hopp und hopp und hopp und hopp!» singt sie lachend mit.

Das Vivala, eine Stiftung für beeinträchtigte Menschen, ermöglichte vergangene Woche fünf Erwachsenen und fünf Kindern mit Gildeköchen einen Zmittag zuzubereiten. «Wir wollen eine Verbindung schaffen zwischen der Bevölkerung und den Bewohnern unserer Institution», erklärt Martin Füllemann, Mitglied der Vivala-Geschäftsleitung. «Und natürlich vor allem unseren Bewohnern eine Freude machen.» Dieses Ziel lässt sich auf beiden Seiten finden: «Ich mache heute mit, um anderen eine Freude zu bereiten», erklärt Jenny, die im Vivala wohnt. «Risotto mache ich am liebsten.» Auch Julia Maria Kuster kocht gerne. Ihr Berufswunsch?

Julia Maria Kuster (Bild: Andrea Stalder)

Julia Maria Kuster (Bild: Andrea Stalder)

«Ich will gerne mal Köchin werden.»

Eine einzigartige Form der Freude

Die anwesenden Gildeköche Kiniger, Reto Lüchinger und Jürg Langer aus Weinfelden sowie ein Koch des Vivalas, Roger Stressle, sind sich einig: Heute müssen sie vor allem viel beobachten. «Es ist ungewohnt, so viele Köche und Küchenhilfen im Raum zu haben», sagt Stressle. Lüchinger vom Restaurant Eisenbahn findet es faszinierend: «Am schönsten ist die Begeisterung der Bewohner. Kochen geht sowieso nicht ohne Freude. Ich merkte richtig, wie sehr sich die Vivala-Bewohner auf uns Köche gefreut haben.» Langer vom Gasthof Traube fand die Vorbereitung sehr gut. «Wir mussten weder früher anfangen, noch war es schwieriger als sonst. Gute Überwachung und Zeiteinteilung sind jedoch Pflicht.» Kiniger geniesst es, für einmal nicht mit anderen Köchen zu tun zu haben, sondern mit den begeisterten Teilnehmern. «Mich fasziniert es, wie die Bewohner voller Tatendrang dabei sind. Sie haben es heute wirklich grossartig gemacht.» Auch Stressle ist zufrieden:

Roger Stressle (Bild: Andrea Stalder)

Roger Stressle (Bild: Andrea Stalder)

«Robert und Julia haben sich gut gmetzget.»

Spass, egal ob man sich kennt

Vor dem Essen erhalten die Gildeköche kunstvoll verpackte Geschenke. Jenny darf sie verteilen. «Wooooow!», ruft sie aus, als Dave Siddiqui, Geschäftsleiter, ihr das erste Päckchen zum Überreichen gibt. Auch beim nächsten muss sie laut staunen. Die Freude, die sie zum Ausdruck bringt, lässt die Päckchen gleich prächtiger erscheinen. Am Schluss klatschen alle. Begleitet vom Applaus geht Jenny zurück zu ihrem Tisch und lacht vergnügt.

Eine Bewohnerin des Vivalas schaut dem Koch Reto Lüchinger bei der Arbeit zu. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Bewohnerin des Vivalas schaut dem Koch Reto Lüchinger bei der Arbeit zu. (Bild: Andrea Stalder)

Während die Gäste und die Bewohner den Zmittag geniessen, geht ein Junge wie selbstverstänlich durch die Reihen und tippt immer mal wieder jemandem auf eine Schulter, sodass der sich in die falsche Richtung dreht und nicht sieht, wer es war. Es funktioniert immer. Kiniger grinst. «Das ist das Schöne hier: Sie haben ihren Spass, egal, ob sie die Personen kennen oder nicht.»

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