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Robert und Christine Eberhart schliessen den Dr. Floh Shop in Riedt

Seit einem Vierteljahrhundert kaufen und verkaufen Robert und Christine Eberhart antiquarische, rare und kuriose Dinge. Nun schliessen die beiden ihren Laden für immer. Die Liquidation dauert bis Herbst.
Georg Stelzner
Robert und Christine Eberhart im Dr. Floh Shop in Riedt bei Erlen. (Bild: Reto Martin)

Robert und Christine Eberhart im Dr. Floh Shop in Riedt bei Erlen. (Bild: Reto Martin)

Brauchen Landratten ein Schiffssteuerrad? In der Regel nicht, doch wenn es die Situation einmal erfordern sollte, stellt sich die Frage: Wer hat so etwas und wer ist bereit, es zu verkaufen? Die Antwort lautet: Dr. Floh alias Robert Eberhart. Mit seiner Frau Christine führt der 59-Jährige an der Hauptstrasse 5 einen Laden, dessen Sortiment seinesgleichen sucht. Wer etwas Ausgefallenes oder Seltenes braucht, ist hier seit Anfang 2015 an der richtigen Adresse. Zuvor hatten die Eberharts während 21 Jahren in Sulgen ein solches Geschäft.

Die Gesundheit spielt nicht mehr mit

Das Angebot ist extrem vielfältig, wobei diese Feststellung stark untertrieben ist. Die Palette reicht vom Strassenschild über ein altes Kirchenfenster bis hin zum Gartenzaun. Möbel, Lampen, Vasen, Uhren und Bilder – also klassische Brockenhausartikel – gibt es hier zwar auch, doch haben sie es angesichts der vielen skurrilen Objekte im Kampf um Aufmerksamkeit nicht leicht. Viele Sammler aus nah und fern wissen um die Existenz dieser Fundgrube und nutzen sie gern. Sie wenden sich hoffnungsvoll an das Ehepaar – und werden selten enttäuscht.

Robert und Christine Eberhart geniessen in der Szene einen exzellenten Ruf, basierend auf einer hohen Fachkompetenz und auf realistischen, fairen Preisen. Die Marke «Dr. Floh» bürgt seit jeher für hohe Qualität. Geschäftsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen Und damit soll jetzt Schluss sein? «Ja, leider», sagt Robert Eber- hart, der über eine kaufmännische Ausbildung verfügt. In seiner Stimme klingt Wehmut mit, als er auf den Grund zu sprechen kommt: «Meine Sehkraft, die schon längere Zeit eingeschränkt war, hat nochmals markant nachgelassen.» Er wolle es seiner Ehefrau nicht zumuten, die ganze Arbeit allein zu erledigen. So bleibe ihm nichts anderes übrig, als das Geschäft aufzulösen und alle Gegenstände aus einem Fundus, den wohl nur er selber noch überblickt, mit einem Liquidationsrabatt von 25 Prozent zu verkaufen.

Fortdauernde Verbundenheit mit der Branche

Bleibende Verbundenheit mit der Branche Robert Eberhart hat den persönlichen Kontakt mit den Kunden sehr geschätzt. Auch die gegenseitige Wertschätzung war ihm wichtig. Hin und wieder hätten sich sogar Freundschaften daraus entwickelt, erzählt er mit leisem Stolz. Was er in Zukunft machen wird, stehe in den Sternen. Leicht falle es ihm nicht, sich jetzt neu orientieren zu müssen, räumt er freimütig ein. Dessen ungeachtet schmiedet er Pläne: «Am liebsten würde ich weiterhin in dieser Branche tätig sein. Wegen meiner Beeinträchtigung halt auf andere Weise, zum Beispiel mit dem Besuch von Märkten.»

An die Pensionierung mag Robert Eberhart nicht denken. Wenn man sieben Tage in der Woche mit Herzblut bei der Sache gewesen sei, könne man nicht einfach aufhören zu arbeiten, gibt er zu bedenken. Ein grosses Anliegen war es dem Ehepaar auch, dass die Liegenschaft wieder in gute Hände kommt. «Das ist gelungen», versichert Robert Eberhart. Die frü- here «Traube» werde saniert und künftig zu Wohn- und Gewerbezwecken genutzt.

Während Robert Eberhart sein Herz ausschüttet, klopft jemand an der Tür. Ein unbekannter Mann tritt ein und erkundigt sich, ob das alte Scheunentor noch zu haben sei. Robert Eberhart nickt und besiegelt den Verkauf. Selbst für dieses Objekt hat er einen neuen Besitzer gefunden. Andere hätten daran gezweifelt – Robert Eberhart nicht.

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeit: www.antix.ch; E-Mail eberhart@antix.ch

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