Rekord: Die Region Mittelthurgau-Süd verbrauchte so viel Wasser wie noch nie

Die lange Trockenperiode im vergangenen Jahr hat sich auf die Zahlen der Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd ausgewirkt. Die gelieferte Wassermenge an die Mitgliedergemeinden verzeichnete einen Rekord.

Christof Lampart
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Andreas Widmer verabschiedet den langjährigen Wasserwart Willi Meienberger. (Bild: Christof Lampart)

Andreas Widmer verabschiedet den langjährigen Wasserwart Willi Meienberger. (Bild: Christof Lampart)

Insgesamt 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser wurden vergangenes Jahr an die elf Mitgliedergemeinden verkauft, was einen Rekord darstellt. Der Präsident der Regionalwasserversorgung Mittelthurgau-Süd (RVM Süd), Andreas Widmer, erklärte am Dienstag im Hof zu Wil vor 15 Delegierten und etlichen Gästen, dass der gestiegene Wasserverbrauch im «engen Zusammenhang mit der Witterung» gestanden habe. «2018 war vergleichbar mit dem Trockenjahr 2003», sagte Widmer.

Entsprechend trugen auch die zunehmenden Bewässerungen der Felder der Gemüsebauern zum neuen Rekordumsatz bei. Trotzdem betrug der Auslastungsgrad des Versorgungswerkes gerade einmal gut 26 Prozent.

Landwirte mussten viel für das Wasser bezahlen

Nichtsdestotrotz kamen einige Gemeinden mit vielen Landwirten und Gemüsebauern an ihre Grenzen in Sachen Bezugsoptionen. Eine Delegierte aus Stettfurt forderte den RVM Süd-Verwaltungsrat deshalb dazu auf, im Laufe dieses Jahres eine Lösung zu erarbeiten, welche es den Gemüsebauern erlaube, auch dann Wasser zu einem fairen Preis zu beziehen, wenn die gemeindeeigenen Optionen ausgereizt seien.

Der Aufpreis von zehn Franken je Kubikmeter sei zu viel, klagte die Delegierte. Andreas Widmer zeigte für die Situation der Landwirte Verständnis und versprach, dieses Thema im Verwaltungsrat zu besprechen.

«Stettfurt ist aber selbst schuld an der Misere, da die Gemeinde schlicht nicht genügend Wasserbezugsoptionen eingekauft hat, um für den Notfall gerüstet zu sein.»

Andere Gemeinden, wie Wil, hätten aus Solidarität mehr Optionen als benötigt eingekauft und somit einen Grossteil der fälligen RVM Süd-Investitionen gestemmt. Falls Stettfurt aber noch Optionen hinzukaufen wolle, so sei es sicherlich machbar, dass eine andere Gemeinde an Stettfurt Optionen verkaufe. «Das ist keine Kapazitäts-, sondern eine Preisfrage», betonte Widmer.

Erfreuliche finanzielle Situation der RVM

Zufriedenstellend verliefen zwei grossen Leitungsumlegungen. Während jene in Tägerschen nach jahrelanger Verzögerung nun im Januar begonnen wurde, konnte in Märwil, dank frühzeitiger Planung und dem guten Einverständnis aller Beteiligten, das Projekt bereits ausgeführt werden.

Erfreulich ist auch die finanzielle Situation der RVM Süd, konnte doch Finanzchef Goar Schweizer einen Nettogewinn von 32906 Franken vorlegen. Wasserwart Willi Meienberger blickte auf sein letztes Jahr zurück, welches ihn sehr forderte: «Die Wintermonate waren zu nass und die Sommermonate zu trocken.» Sein Nachfolger wird ab dem 1. März Florian Schär.

Verwaltungsrat wird einstimmig wiedergewählt

Keinerlei Überraschungen gab es bei den Wahlen in den Verwaltungsrat. Alle Kandidierenden sowie der Präsident wurden für eine weitere Amtszeit einstimmig gewählt.

Für den demissionierenden Othmar Schmid, Gemeindepräsident Amlikon-Bissegg, rückte neu der Gemeinderat aus der Gemeinde Amlikon-Bissegg,Urs Zurbuchen, ebenso einstimmig nach.