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Kreuzlingen: Nun geht es um die Rekonstruktion der Causa Zweifel

Die Untersuchungskommission, die den Rücktritt von Schulpräsident René Zweifel durchleuchtet, nimmt ihre Arbeit auf. Christoph Tobler bearbeitet den Fall mit Claudius Graf-Schelling und Gabriela Frei Aggeler.
Nicole D’Orazio
Die Behördenmitglieder der Primar- und Sekundarschule Kreuzlingen besprechen sich mit Christoph Tobler (Mitte), der die Untersuchungskommission leitet. (Bild: Donato Caspari)

Die Behördenmitglieder der Primar- und Sekundarschule Kreuzlingen besprechen sich mit Christoph Tobler (Mitte), der die Untersuchungskommission leitet. (Bild: Donato Caspari)

Nächste Woche nimmt die Untersuchungskommission ihre Arbeit auf. Sie erhält Einsicht in Akten und Protokolle, um den Rücktritt des ehemaligen Kreuzlinger Schulpräsidenten René Zweifel zu durchleuchten und aufzuklären. Christoph Tobler aus Arbon, langjähriger Gemeindepräsident und Kantonsrat, präsidiert die Kommission (unsere Zeitung berichtete).

«Es gibt ein Dreiergremium», sagt Tobler am Dienstagabend vor den Medien. Bis auf drei Personen sind auch die Primar- und Sekundarschulbehörde anwesend.

«Ich arbeite mit dem ehemaligen Regierungsrat Claudius Graf-Schelling aus Arbon und Gabriela Frei Aggeler aus Münchwilen zusammen.» Letztere sei mehrere Jahre als Schulpräsidentin der VSG Münchwilen und als Präsidentin des Verbandes Thurgauer Schulgemeinden tätig gewesen.

Er habe die zwei Personen vorgeschlagen, weil diese über grossen Sachverstand – juristisch und schulspezifisch – verfügen.

«Wir sind völlig unabhängig und haben keine Berührungspunkte mit den Mitgliedern der Schulbehörden oder der Schule»,

betont Christoph Tobler. «Ich bin zum Beispiel mit niemandem hier per Du, was selten vorkommt.»

Tobler rechnet mit 20 Interviews

Die Kommission wird nun versuchen, die Geschehnisse zu rekonstruieren und dann eine Einschätzung abgeben. «Dazu werden wir Gespräche führen. Die beiden Vizepräsidenten werden einzeln befragt, die Behörden in globo, ausser jemand wünscht ein Einzelgespräch», erklärt Tobler. Zudem werden Mitarbeiter und Schulleiter befragt. René Zweifel werde selbstverständlich auch eingeladen.

Dann werde die Kommission einen Bericht erstellen, in dem die Fragen der Behörden beantwortet werden. «Wir rechnen mit rund 20 Interviews und einem Zeithorizont von einem halben Jahr.»

Die Kommission berichtet an die Schulbehörden und wird nicht nach aussen kommunizieren. Da es sich um eine interne Kommission der Behörde handelt, untersteht diese dem Amtsgeheimnis.

Es ist noch unsicher, was die Öffentlichkeit alles erfährt

«Wir müssen schauen, welche Ergebnisse wir der Öffentlichkeit preisgeben dürfen», sagt Christine Graeser, Mitglied der Primarschulbehörde. «Wir möchten dem Bedürfnis nach Aufklärung nachkommen, müssen uns aber an die gesetzlichen Vorgaben wie den Persönlichkeitsschutz halten.»

Die Untersuchungskosten belaufen sich auf 30'000 Franken. Diese werden von den Schulgemeinden übernommen.

Die Behördenmitglieder gehen davon aus, dass Zweifel bei der Aufklärung mitmacht. «Wir stützen uns dabei auf seine Aussagen in den Medien», sagt Michael Thurau, Vizepräsident der Sekundarschulbehörde. Eine offizielle Zusage liegt nicht vor.

Behörden würden den Entscheid erneut fällen

Die Mitglieder der Schulbehörden möchten Einigkeit demonstrieren. «Wir sind alle hier, weil wir bekräftigen wollen, dass der Entscheid zur Trennung von René Zweifel von allen getragen wird, auch wenn wir politisch aus verschiedenen Lagern kommen», sagt Christine Graeser. Es ginge ihnen um die Schule und sie würden wieder gleich handeln. Einzig die Kommunikation würden sie anders handhaben. «Wir waren naiv, dass wir dachten, die Mitarbeiterinformation dringe nicht nach aussen.» Sie seien damals unter Zeitdruck gestanden.

«Ich finde es traurig, was alles über die beiden Vizepräsidenten, Markus Blättler und Michael Thurau, gesagt und geschrieben wurde. Sie mussten viel Kritik einstecken»,

sagt Christine Graeser weiter. Sie wolle die Gelegenheit auch nutzen, den beiden zu danken für ihre Arbeit. «Wir haben alle mehr Aufgaben übernommen, doch die zwei am meisten.»

Für alle sei es eine schwierige Situation. «Ich werde oft auf René Zweifel angesprochen, darf aber keine Details nennen und versuche alles zu umschreiben», sagt etwa Anton Waltisberg (Sekundarschulbehörde). «Ich habe auch oft positive Rückmeldungen auf unser Handeln erhalten» fügt Hans-Jürg Klein (Primarschule) an.

Zweifel getroffen habe indes seit dem Sommer niemand mehr, sagt das Plenum. «Wir sind alle froh, wenn wir bald einen neuen Schulpräsidenten oder eine Schulpräsidentin haben», sagt Christine Graeser.

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