Kommentar

Reitet der Stadtrat auf einem toten Pferd? - Die Kreuzlinger Regierung muss sich langsam Gedanken machen, ob sie noch am Stadthaus-Projekt festhalten will

Dass das Thurgauer Verwaltungsgericht eine Ausnahmebewilligung für das 50-Millionen teure Verwaltungsgebäude verweigert, ist für die Stadt Kreuzlingen ein Schock. Der Scherbenhaufen ist am Horizont bereits erkennbar, schreibt TZ-Redaktor Urs Brüschweiler in seinem Kommentar.

Urs Brüschweiler
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Urs BrüschweilerTZ-RedaktorLeiter Ressort Kreuzlingen

Urs Brüschweiler
TZ-Redaktor
Leiter Ressort Kreuzlingen

Bild: Reto Martin

Der Entscheid des Thurgauer Verwaltungsgerichtes ist ein Schock. Den Scherbenhaufen, den ein gescheitertes Stadthaus-Projekt hinterlassen würde, kann man vor dem geistigen Auge bereits heute erkennen. Langsam aber sicher muss sich der Stadtrat ernsthaft auch mit der Frage auseinandersetzen, ob er nicht auf einem toten Pferd reitet und er vielleicht doch lieber absteigen sollte.

Doch ist es jetzt noch zu früh, die Fahnen zu strecken. Der Entscheid muss ans Bundesgericht weitergezogen werden. Die komplett unterschiedlichen Einschätzungen des Departementes und des Verwaltungsgerichtes muten eigenartig an. Die Frage, wer hier nun komplett daneben liegt, soll geklärt werden.

Vielleicht schafft schon im Herbst die Volksinitiative mehr Klarheit; zumindest was den Volkswillen betrifft. Stehen die Kreuzlinger noch hinter ihrem Stadthaus-Projekt? Oder sind sie bereit, die ausgegebenen Millionen und die vielen Jahre Zeit ergebnislos abzuschreiben, um stattdessen Hohn und Spott zu ernten?

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