Referat von Jacqueline Sonego Mettner in Bischofszell

Trauerbegleitung für Kinder war das Thema am ökumenischen Frauenfrühstück in der Bischofszeller Bitzihalle.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Drucken
Teilen
Referentin in Bischofszell: Jacqueline Sonego Mettner. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Referentin in Bischofszell: Jacqueline Sonego Mettner. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Der Duft von Kaffee und frischem Brot erfüllte den Saal: Rund 190 Teilnehmerinnen waren zum ökumenischen Frauenfrühstück in die Mehrzweck- halle Bitzi gekommen. Nach der reichhaltigen Stärkung sprach Jacqueline Sonego Mettner, evangelische Pfarrerin in Meilen ZH.

Die Referentin widmete sich dem Thema «Im Himmel welken keine Blumen» (Wie Kinder trauern und wie sie begleitet werden können). Für musikalische Umrahmung des traditionellen Herbstanlasses, der am Mittwoch stattfand, sorgten Philippe Frey und Caroline Pedrazzini mit Klavier und Querflöte.

Einstieg mit Buch von Amelie Fried

Zu Beginn ihres Referates las Jacqueline Sonego Mettner einige Passagen aus dem Kinderbuch «Hat Opa einen Anzug an» von Amelie Fried (mit Illustrationen von Jacky Gleich).

Bruno macht sich in diesem Bilderbuch Gedanken über den Tod, das Begräbnis und die anschliessende Zeit der Trauer. Es fällt ihm schwer zu begreifen, dass sein Opa tot ist. Der kleine Junge hat viele Fragen – unter anderem, ob die Seele das sei, was er an Opa lieb habe.

Angemessene Worte finden

«Es gibt für mich keine schönere Definition als diese Aussage», sagte die Referentin. Es sei falsch, Kinder von Sterben, Tod und Trauer fernzu- halten. Vielmehr gelte es, sich altersgerecht damit auseinanderzusetzen und den Kindern zu vermitteln, dass dies zum Leben gehört.

Man solle versuchen, angemessene Worte zu finden, um das Geschehene fassbar zu machen. Kinder hätten viele Ressourcen, um die Trauer zu bewältigen. Mit ihren Fragen und Ängsten dürfen sie aber nicht alleine gelassen werden.

Kindern brauchen Stabilität und Sicherheit 

Hilfreich seien auch Kinderbücher, die sich mit dieser Thematik befassen. Grundsätzlich würden Kinder je nach Alter ganz unterschiedlich mit dem Thema umgehen. Unter Dreijährige verstünden noch nicht, dass der Tod etwas Endgültiges ist, sagte die Referentin.

Erste vage Vorstellungen vom Tod würden Kinder zwischen drei und fünf Jahren entwickeln. «Wichtig ist, dass Kinder in einer Krisensituation Stabilität, Sicherheit und Struktur erfahren», erklärte Jacqueline Sonego Mettner.

Das nächste ökumenische Frauenfrühstück in Bischofszell findet am 4. November 2020 statt.