Rechnung 2019: Stadt Bischofszell schreibt schwarze Zahlen

Die Rechnung 2019 der Stadt Bischofszell weist statt des budgetierten Verlusts einen Gewinn von rund 750'000 Franken aus.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Die Stadt Bischofszell hat die Liegenschaft Sittertalstrasse 26 in Sitterdorf verkauft.

Die Stadt Bischofszell hat die Liegenschaft Sittertalstrasse 26 in Sitterdorf verkauft.

Bild: Andrea Stalder

Die Bischofszeller haben auch in diesen Zeiten einen Grund, sich zu freuen: Zum zweiten Mal in Folge stehen in der Jahresrechnung der Stadt unter dem Strich schwarze Zahlen. Eine Tatsache, die freilich den besonderen Umständen geschuldet ist, wie Stadtpräsident Thomas Weingart einräumt.

Gründe für den Ertragsüberschuss

«Der positive Abschluss ist auf mehrere Effekte zurückzuführen», sagt Weingart und nennt den Verkauf der Liegenschaft Sittertalstrasse 26 (Buchgewinn: rund 540'000 Franken), den neu erhaltenen Finanzausgleich für die Abgeltung von Zentrumslasten, die gestiegene Steuerkraft sowie die tieferen Sozialhilfekosten.

Lobend erwähnt der Stadtpräsident auch die hohe Spar- und Budgetdisziplin aller Verwaltungseinheiten bei den Sachaufwendungen: «Das hat ebenfalls zum Ertragsüberschuss beigetragen.»

Gewinn verbreitert Eigenkapitalbasis

War für das Jahr 2019 noch ein Verlust von 888'700 Franken budgetiert, so resultiert in der Rechnung nun ein Gewinn von 749'355 Franken. Er soll dem Bilanzüberschuss zugewiesen werden. Das Eigenkapital würde sich dadurch auf rund 3,5 Millionen Franken erhöhen.

Die Erträge aus den direkten Steuern von natürlichen und juristischen Personen – sie übertreffen das Budget um rund 360'000 Franken –, beziffert Pascal Eichmann, Leiter Finanzen und Steuern, mit rund acht Millionen Franken. Im Vergleich zum Jahr 2018 seien das ebenfalls 360'000 Franken mehr. Vier Fünftel des Steuerertrags entfallen laut Eichmann im Jahr 2019 auf die Einkommens- und Vermögenssteuern.

Steigende Gesundheitskosten

«Den Hauptanteil an der Steigerung der Steuereinnahmen tragen die juristischen Personen», betont Eichmann. Ortsansässige Unternehmen hätten Steuern in Höhe von 1,52 Millionen Franken bezahlt und damit so viel wie noch nie.

 Thomas Weingart,
Stadtpräsident von Bischofszell:
«Das Strukturdefizit bleibt bestehen, doch unsere Finanzen sind gesund.»

Während die Sozialhilfekosten wie erwähnt tiefer ausgefallen sind, haben die Gesundheitskosten nochmals zugenommen. Mit Sozialhilfekosten von Fr. 134.85 pro Einwohner liegt die Stadt Bischofszell leicht über dem kantonalen Durchschnitt.

Erhalt und Erneuerung von Sachanlagen

In die öffentliche Infrastruktur wurden 2,9 Millionen Franken investiert, wobei zwei Drittel davon in den Erhalt oder die Erneuerung von Sachanlagen flossen. Zur Hauptsache handelt es sich dabei um die Altlastensanierung des Kugelfangs Breite und um die Fassadenrenovation an der Sporthalle Bruggwiesen.

Vorangetrieben wurden zudem die Ortsplanungsrevision und die Aufarbeitung der generellen Entwässerungsplanung. «Das Strukturdefizit bleibt zwar bestehen, doch unsere Finanzen sind gesund», bilanziert Thomas Weingart unter Hinweis auf das vorhandene Eigenkapital und den Umstand, dass die Stadt Bischofszell über ein Nettovermögen verfügt. 

Über die Rechnung 2019 der Stadt Bischofszell wird an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag, 26. November 2020, abgestimmt.