Raumplanung
Kein Referendum: Kreuzlinger Ortsplanungsrevision ist auf Kurs

Die Stadt darf zuversichtlich sein, den neuen Zonenplan und das Baureglement im kommenden Jahr in Kraft setzen zu können. Viele Investoren warten mit ihren Grossprojekten darauf.

Urs Brüschweiler
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Eine Luftaufnahme der Stadt Kreuzlingen.

Eine Luftaufnahme der Stadt Kreuzlingen.

Bild: PD

Nur vier der 40 Kreuzlinger Gemeinderäte hatten Nein gestimmt, als sie im Mai über die Ortsplanungsrevision zu befinden hatten. Und auch aus der Bevölkerung hat sich seither niemand zur Ergreifung des fakultativen Referendums durchgerungen. Die dreimonatige Frist hierfür sei am 7. August ungenutzt abgelaufen, schreibt die Stadt Kreuzlingen in einer Mitteilung und ergänzt, der Stadtrat nehme das erfreut zur Kenntnis. Der zuständige Stadtrat Ernst Zülle sagt:

Ernst Zülle,Stadtrat Kreuzlingen (CVP)Departement Bau.

Ernst Zülle,
Stadtrat Kreuzlingen (CVP)
Departement Bau.

Bild: PD
«Nach der jahrelangen, intensiven Planungsarbeit unter Einbezug so vieler Beteiligter und der grossen Zustimmung im Gemeinderat, haben wir schon darauf gehofft.»

Zwischenzeitlich hat die Bauverwaltung die sogenannte Rahmennutzungsplanung, bestehend aus Zonenplan und Baureglement, beim kantonalen Departement für Bau und Umwelt (DBU) zur Genehmigung eingereicht. Allerdings sind mit im Paket nach Frauenfeld auch neun Rekurse zu stadträtlichen Einsprache-Entscheiden, über welche die Oberinstanz ebenfalls zu entscheiden hat.

Neun Rekurse sind zu entscheiden

«Neun Rekurse sind nicht allzu viele», erklärt Zülle.

«Das zeigt auch, dass wir ein gutes Baureglement und einen guten Zonenplan erstellt haben.»

Inhaltlich gehe es dabei etwa um zulässige Gebäudehöhen und -längen, um einzelne, nicht vorgenommene Umzonungen betreffend Arbeitszonen und um die neu geschaffenen Strukturerhaltungszonen in erhaltenswerten Quartieren. Man sei aber guten Mutes, dass die gut abgestützten Entscheide aus Kreuzlingen von kantonaler Seite gestützt würden, sagt der Stadtrat.

Mit einem Entscheid aus Frauenfeld rechnet Ernst Zülle für das kommende Jahr. Anschliessend würde der Stadtrat die neue Rahmennutzungsplanung in Kraft setzen. Natürlich stehen den Rekurrenten jedoch weitere Rechtsmittel zur Verfügung. Denkbar ist diesbezüglich auch, dass das DBU eine Teilgenehmigung der Ortsplanungsrevision vornimmt.

Verdichten, aber nicht zubetonieren

«Wir sind zuversichtlich, dass in Kreuzlingen damit gute Investitionen ausgelöst werden.»

Zülle erwähnt etwa die anstehenden Projekte an der Löwenstrasse, bei der Hauptpost, im Wolfacker oder auch das Rekadorf im Seefeld. Diesen Grossvorhaben würden die neuen Richtlinien den Weg ebnen oder sie zumindest vereinfachen. Aber es gibt auch viele kleinere Vorhaben, deren Bauherren lieber mit dem neuen Reglement bauen möchten. Auch wenn es teilweise strengere Vorschriften, etwa im Bereich Grünflächen, einzuhalten gilt. Für Zülle ist auch ganz wichtig zu betonen: «Trotz innerer Verdichtung wird Kreuzlingen nicht zubetoniert, da der Freiraumgestaltung grossen Wert beigemessen wurde.»

Viele Massnahmen Richtung «Grüne Stadt»

Der wichtigste Leitgedanke in der Ortsplanungsrevision ist die Verhinderung der weiteren Zersiedlung. Deutlich wird das unter anderem daran, dass keine einzige Einzonung auf Kosten von Kulturland vorgenommen wird. Stattdessen setzte man auf die Verdichtung des Siedlungsraums und will dabei Frei- und Grünräume erhalten. Die Einführung einer minimalen Grünflächenziffer ist ein Beispiel für Massnahmen in diese Richtung. (ubr)

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