Raperswiler sind in einer komfortablen Lage

Für das frei werdende Gemeindepräsidium interessieren sich zwei Personen: Gaby Müller und Mario Hofer. Sie stellten sich an der Versammlung den Stimmbürgern kurz vor. 

Kurt Peter
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Die Ortseinfahrt von Raperswilen. In der kleinen Gemeinde stehen am 10. Februar 2019 die Gesamterneuerungswahlen an. (Bild: Donato Caspari)

Die Ortseinfahrt von Raperswilen. In der kleinen Gemeinde stehen am 10. Februar 2019 die Gesamterneuerungswahlen an. (Bild: Donato Caspari)

Zwei Kandidaten für einen Sitz: Am 10. Februar 2019 wählt Raperswilen einen neuen Gemeindepräsidenten oder eine Gemeindepräsidentin. An der Versammlung am Donnerstag stellten sich Gaby Müller und Mario Hofer den 40 Stimmberechtigten kurz vor. Müller ist Inhaberin einer Steuer- und Rechtspraxis in Zürich und lebt in Fischbach. Hofer ist Landwirt in Kodenreute und ist Mitglied des Gemeinderats.

Auch für die zwei frei werdenden Sitze im Gemeinderat gibt es Interessenten: Ralf Müller stellte sich kurz vor. Philip Kämpf bewirbt sich ebenfalls für einen Sitz in der Exekutive, war aber abwesend.

Sanierung kann im Frühjahr beginnen

«Die Sanierung der Lindenstrasse inklusive aller Werkleitungen ist dringend», sagte Gemeindepräsident Willi Hartmann. Die Entwässerung der Lindenstrasse habe in den vergangenen Jahren immer wieder für Überraschungen gesorgt, führte er weiter aus. Neben Verstopfungen, Rückstau und Überschwemmungen hätten sich auch verschiedene Rohrbrüche ereignet.

Zusammen mit Wäldi sei ein Projekt erarbeitet worden. «Nach der Planungsphase sind wir in der Lage, das Kreditgesuch von 1,6 Millionen Franken an die Versammlung zu bringen», sagte Hartmann. Bei einer Zustimmung könnten die Bauarbeiten im Frühjahr 2019 beginnen. «Das Kapital müssen wir uns auf dem Markt besorgen. Der Gemeinderat hat aber noch nicht abschliessend beschlossen, bei welcher Bank». Mit grosser Mehrheit bewilligten die Stimmberechtigten das Kreditgesuch.

Die Schützen erhalten einen Beitrag

Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten für neue Scheiben und die Trefferanlage der Raperswiler Schützen für 50'000 Franken. Deren Präsident, Dominik Stäheli, erläuterte einige Details aus dem Antrag. Das Hauptproblem sei, dass der Servicevertrag für die elektronische Trefferanzeige gekündigt worden sei, weil es keine Ersatzteile mehr gebe. Da der Kugelfang bis 2020 saniert werden müsse, «haben wir jetzt den Antrag gestellt, um ein Gesamtprojekt umsetzen zu können».  Ohne Diskussion wurde das neue Kanalisationsreglement bewilligt.

Danach erläuterte Willi Hartmann das Budget 2019. Dieses sieht bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 69 Prozent ein Defizit von 121'000 Franken vor. Da ab kommenden Jahr neue Behördenmitglieder ins Amt kämen, seien 4000 Franken für Aus- und Weiterbildung aufgenommen worden. Auch der Finanzplan rechnet in den kommenden Jahren mit Defiziten in etwa gleicher Höhe.

«Ob die Zahlen stimmen werden wir sehen, andererseits ist der Abbau des Eigenkapitals von derzeit 2,2 Millionen Franken erwünscht. Das ist für eine kleine Gemeinde ein hoher Betrag», sagte Hartmann. Das Budget wurde bei einer Gegenstimme klar angenommen.

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