Glosse

Räbeblatt: «Samichlaus du nette Maa»

Redakteurin Sabrina Bächi berichtet in der Kolumne Räbeblatt von ihren Erfahrungen mit dem Samichlaus - aus der Sicht einer Gotte.

Sabrina Bächi
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Die Bürgler Kinder lauschen dem Samichlaus, der in seinem goldenen Buch liest.

Die Bürgler Kinder lauschen dem Samichlaus, der in seinem goldenen Buch liest.

(Bild: Monika Wick)

Dieses Wochenende durfte ich erstmals als Gotti erfahren, wie es heute ist, wenn Kinder auf den Samichlaus treffen. Der grösste Unterschied: Als Erwachsene kann ich dem Chlaus geradeaus in die Augen schauen. Und: Ich lasse mich nicht von seinem Bart täuschen.

Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein bisschen netter war er auch, als ich ihn in Erinnerung hatte. Das könnte daran liegen, dass ich einfach ein viel ungezogeneres Kind war, als alle Kinder, die der Chlaus an diesem Wochenende ermahnen musste. «Besser Zähneputzen», über diesen Wunsch kann ich nur lachen. «Nöd chiflä, besser folgä», das waren die Ermahnungen der Chläuse mir gegenüber als Kind.

Obwohl es auch in meinem Album viele Fotos mit Samichlaus gibt, war ich doch überrascht, wie akribisch der Chlausbesuch heute mit dem Handy festgehalten wird. Ich als stolzes Gotti natürlich an vorderster Front mit dabei. Aufgrund dieser Erfahrung würde ich ein altbekanntes Sprüchli etwas anpassen: «Samichlaus du guäte Maa, chani auno es Foti mit dir ha?»

Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen historischen Hinweis: Der Samichlaus ist abgeleitet vom Heiligen Nikolaus, dem Bischof von Myra. Er lebte in der heutigen Türkei und starb am 6. Dezember. Er verteilte sein Vermögen an Notleidende. Daher kommt der Brauch mit den Geschenken. Das Christkind kam erst mit der Reformation. Es ist eine Erfindung Martin Luthers, damit protestantische Kinder, trotz Ablehnung der Heiligenverehrung, doch auch Geschenke erhalten.
Sabrina Bächi

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