Glosse

Räbeblatt: Gähnende Leere in Weinfelden

In seiner Kolumne schreibt Redaktor Mario Testa über die Ruhe im Dorf - und die Leerstände bei den Geschäften.

Mario Testa
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Mario Testa, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Weinfelden

Mario Testa, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Weinfelden

Bild: Reto Martin

In Weinfelden ist’s ruhig. Wäre da nicht der erste Herbststurm, der um die Häuser pfeift, das stete Kommen und Gehen bei der Virusprüfstation im ehemaligen Feuerwehrdepot oder das Militärflugzeug, welches offensichtlich Freudenkreise nach gewonnener Abstimmung über der Region zieht, wäre es still im Städtlein.

Dazu passt momentan auch der Blick in die Poststation. Leer gefegte Regale, wo man auch hinschaut. Da kommen Erinnerungen hoch an die Zeiten, als die Post noch Post war – und kein Allerlei- und Krimskramsladen, der auch Handyabos, Geschenkkarten und Stromadapter vertickt.

Modern, was bedeutet das?

Die Erklärung zur gähnenden Leere vor den Schaltern kommt – mit der Post: Umgebaut wird der Schalterraum, also neu gestaltet. Moderner soll er werden. Und das, obwohl mit dem Einzug der Nummerzettelchen vor einigen Jahren bereits ein Mass an Moderne erreicht wurde, das manchen Kunden schon zu viel war. In drei Wochen wissen wir, was sich die Post diesmal unter modern vorstellt.

Eine andere Art der Leere bleibt aber wohl auch nach dem Ende der Herbstferien im Städtlein zurück. Leere Läden nämlich an bester Lage, an der Rathausstrasse und in der Zentrumspassage. Da hilft dann auch keine Modernisierung, da bräuchte es schon was Neues, um die Leere zu füllen.
Mario Testa