Glosse

Räbeblatt: Die Rückkehr der Schüler

Redakteurin Sabrina Bächi berichtet in der Kolumne Räbeblatt aus dem Weinfelder Zentrum, das nach Ende der Sommerferien wieder von den Berufsschülern eingenommen wird.

Sabrina Bächi
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Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Sabrina Bächi, Leiterin Ressort Weinfelden.

Bild: Andrea Stalder

Sie drängen zurück. Nach Monaten zwangsverordneter Abstinenz strömen sie wieder in Scharen in die Innenstadt Weinfeldens: die Schüler. In Gruppen ist der Schüler, vor allem die Untergattung Berufsschüler, unterwegs. Einer Barrikade gleich versperren sie Gassen und Wege in der Stadt.

Biologen sind fasziniert: Sie beobachten das natürliche Verhalten der hormongeschwängerten Teenager mit grossem Interesse und stellen fest: Corona ist der Jungend egal, Abstand nicht nötig. Gerade zur Mittagszeit überrumpeln sie Läden und verunsichern die heimische Flora und Fauna, was angesichts so grosser Anzahl von Plagegeistern wenig verwundert.

Regeln sind zum brechen da

Was bleibt zu tun? Abwarten. Mit Abstand. Bis der Weg wieder frei ist. Denn ganz typisch für die jugendliche Gattung im Pupertätsalter ist wohl ein gewisses Abgrenzen von Regeln und Leitlinien aller Art, die sogenannt adulte Leittiere – also Bundesräte oder Eltern – dem Schüler aufdrängen wollen.

Ebenfalls spannend: Die Poser. Während andere Städte im Thurgau mit Auotposern zu kämpfen haben, sind es bei uns die Gockel aus den Klassenräumen, die, geschmückt mit Piercings, knappen Kleidern oder Tattoos versuchen, ein passendes Weiblein oder Männlein zu gewinnen.

Immerhin wissen die Jugendlichen unsere Stadt zu schätzen. Gemäss Umfrage unter den Betroffenen sei Weinfelden nämlich «mega gross». Es hat somit Platz für alle. Also: Chill deine Base, Sabrina!