Nachdem 300 Gäste in Quarantäne müssen: Friltscher Party-Macher entschuldigen sich

Nach der «Chlööpf dii wäg!!!»-Party vom vergangenen Samstag in Friltschen müssen alle Gäste in Quarantäne. Vier Personen wurden seit der Feier positiv auf eine Coronainfektion getestet. Nun nehmen die Veranstalter Stellung.

Mario Testa
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Ein Hirsch ziert das Logo der «Chlööpf dii wäg!!!»-Party. Die Holzplatte hängt an der Wand der Halle in Friltschen, wo die Party stattfand.

Ein Hirsch ziert das Logo der «Chlööpf dii wäg!!!»-Party. Die Holzplatte hängt an der Wand der Halle in Friltschen, wo die Party stattfand.

Bild: Mario Testa
(Friltschen, 2. Oktober 2020)

300 Personen haben vergangenen Samstag in Friltschen ausgelassen gefeiert. Drei Tage nach der Party «Chlööpf dii wäg!!!» kam die Hiobsbotschaft. Ein Gast hatte sich mit dem Coronavirus infiziert, worauf die Organisatoren des «Plöööree-Teams» ihre Gäste darüber per Kurznachricht informierten und zur Beobachtung ihres Gesundheitszustandes aufriefen.

Als in den Folgetagen drei weitere Gäste positiv auf Covid-19 getestet wurden, verordnete der kantonsärztliche Dienst des Kantons Thurgau für alle Partygäste die Quarantäne. Marcel Neuenschwander, Präsident des veranstaltenden «Plöööree-Teams» sagt dazu:

«Eine Party stellt natürlich ein Risiko dar. Dieses kann nicht gänzlich eliminiert werden, egal, wie gut die Schutzmassnahmen auch sein mögen.»

Dieser Tatsache seien sie sich bewusst gewesen. «Wir sind ebenfalls der Überzeugung, dass, verstärkt durch unsere Massnahmen, auch unsere Besucher sich dessen bewusst waren.»

Kanton attestiert ein solides Schutzkonzept

Der Informationsdienst des Kantons Thurgau bestätigt das Vorliegen eines Schutzkonzeptes für die Party, attestiert ihm gar das Prädikat solide. Eine Bewilligung habe es nicht gebraucht. «Veranstaltungen dieser Grösse sind nicht bewilligungspflichtig. Ebenso ist das Schutzkonzept nicht bewilligungspflichtig», teilt Leiter Markus Zahnd mit.

«Derzeit laufen noch Abklärungen, ob das Schutzkonzept vor Ort auch durchgesetzt wurde.»

Die Kontaktdaten aller Gäste lägen auf alle Fälle lückenlos vor. «Sie wurden vor Ort beim Einlass durch einen von den Veranstaltern beauftragten Sicherheitsdienst erfasst und verifiziert.»

Reinigung im Stundentakt

Eine ganze Reihe von Schutzmassnahmen haben die Organisatoren an der Party in einer grossen, landwirtschaftlich genutzten Halle bei Friltschen ergriffen: Abstandsmarkierungen im Eingangsbereich, Desinfektionsmittel an diversen Standorten auf dem Gelände sowie die namentliche Erfassung aller Gäste zur Nachverfolgung. «Es wurden auch die Oberflächen im Stundentakt desinfiziert, leere Getränkeflaschen regelmässig abgeräumt und sowohl die BAG-Verhaltensregeln als auch weitere Hinweise zur Sensibilisierung der Gäste im Eingangsbereich und dem restlichen Veranstaltungsgelände aufgehängt», schreibt Marcel Neuenschwander.

«Wir haben alle behördlich vorgeschriebenen Massnahmen umgesetzt und sogar noch ergänzt.»

Es gebt zur Zeit keine Maskenpflicht für solche Veranstaltungen im Thurgau. «Somit geht es auch ein Stück weit um die Eigenverantwortung jedes Einzelnen.»

In dieser Halle fand die Party statt. Um genügend Platz zur Verfügung zu stellen, nutzten die Veranstalter auch den Aussenbereich.

In dieser Halle fand die Party statt. Um genügend Platz zur Verfügung zu stellen, nutzten die Veranstalter auch den Aussenbereich.

Bild: Mario Testa

Nach der Quarantäneanordnung sei man mit einigen Gästen in Kontakt getreten. «Sie haben darauf relativ ruhig reagiert. Einige haben auch zurückgemeldet, dass sie sich des Risikos bewusst waren und nun halt auch einmal Pech gehabt hätten.»

Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten

Die Party selbst sei den Gästen sehr gut in Erinnerung geblieben. «Natürlich bleibt nun ein negatives Ende.» Aber die Gäste hätten bemerkt, dass sie sich als Veranstalter viel Mühe gegeben haben, schreibt Neuenschwander.

«Wir wollen es an dieser Stelle aber nicht unterlassen, uns hier für die entstandenen Unannehmlichkeiten in aller Form zu entschuldigen.»

Noch im Juli hatte der neu gegründete Verein «Plöööree-Team» an einem anderen Ort eine erste «Chlööpf dii wäg!!!»-Party organisiert, ebenfalls mit Schutzkonzept. Damals konnten die Organisatoren 14 Tage nach der Veranstaltung erfreut bekannt geben, dass es zu keiner Coronainfektion kam.