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Quantologie der Instrumente bei den «Amriswiler Konzerten»

Das Quantett Johannes Kobelt begeisterte am Sonntagabend mit ihrem neuen Programm die Konzertbesucher im Kirchgemeindehaus.
Barbara Hettich

Sie sind in die Jahre gekommen, aber haben nichts an ihrer Spielfreude, ihrem Humor und gekonnter Virtuosität eingebüsst. Das Quantett Johannes Kobelt präsentierte am Sonntagabend im Rahmen der Amriswiler Konzerte ihr neues Programm «Quantologie» – einen Querschnitt ihres musikalischen Schaffens während ihres 45-jährigen Bestehens.

Grenzenlose Musikalität

Quantett ist der Begriff für ein Trio, das im gleichen Konzert mit zahlreichen Instrumenten verschiedenste Musikarten beherrscht. Johannes Kobelt ist nicht nur ein aussergewöhnlicher Cellist, sondern auch ein Virtuose auf der Klarinette, dem Saxophon und dem Schwyzer-Örgeli.

Katharina Kobelt spielt mühelos auf der Violine, Viola, Tanzmeistergeige oder Trichtervioline und streicht zur Abwechslung auch mal über die Saiten einer Balalaika.

Adrian Bodmer, der Dritte im Bunde, beherrscht so ziemlich alles was Saiten hat: von der klassischen Gitarre bis zum Banjo oder dem Kontrabass. Dazu holt er tiefste Töne aus dem Bass-Saxophon heraus und zieht auch mal an einem Bandoneon.

Die drei Vollblutmusiker scheinen keine musikalischen Grenzen zu kennen, spielen sich durch die verschiedensten Stilrichtungen – beginnend im Paprikaland. Mit ungarischem Temperament feiern sie eine musikalische Party im Geisterschloss und gehen in vollem Tempo durch einen rumänischen Csárdás. Im Balalaikaland mischen sich die wohltönenden Klänge einer Prim-Balalaika mit einer venezianischen Gitarre aus dem 16. Jahrhundert und einer Bass-Domra, während im Käseland eine Mischung von Schwyzer-Örgeli, Bass-Balalaika und Geige für ein ungewöhnliches musikalisches Erlebnis sorgen, sei es beim Emmental-Polka oder Fondue-Schottisch.

Sie können auch Noten lesen

Die drei Musiker leben ihre Musik, verstehen sich blind, spielen gemeinsam die schwierigsten Läufe in höchster Präzision. Sie brauchen keine Noten. «Manche glauben, dass wir keine richtigen Noten lesen können», erzählt Johannes Kobelt. Natürlich können die Profimusiker das und stellen dies im Bachland bei drei Sätzen aus den französichen Suiten von Johann Sebastian Bach unter Beweis. Nach einem Abstecher über Brasilien kommt das Quantett im Jazzland an, spielen in der Besetzung Klarinette, Geige und Django-Gitarre «Over the Rainbow» oder das unzählig gespielte aber nie in dieser Version gehörte «I’ve found a new baby».

Das Quantett Johannes Kobelt hat es einmal mehr verstanden, das Amriswiler Publikum mitzureissen und zu begeistern. Bravorufe und anhaltender Applaus gab es am Ende dieser aussergewöhnlichen musikalischen Reise und die Musiker liessen sich nicht lange bitten, setzten einen Fiskus-Schottisch und eine Serenade noch obendrauf.

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