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Puff in der Arboner «Schifflände»

Nachdem Kybun-Chef Karl Müller die Liegenschaft gekauft hat, möchte er dem bunten Treiben in der Kontaktbar ein Ende setzen. Nun äussert sich der Pächter zu der Kündigung und den Vorwürfen.
Natascha Arsic
Das Erotiklokal «Schifflände» soll trotz Problemen mit den Nachbarn und dem neuen Besitzer am alten Standort bleiben. (Bild: Donato Caspari)

Das Erotiklokal «Schifflände» soll trotz Problemen mit den Nachbarn und dem neuen Besitzer am alten Standort bleiben. (Bild: Donato Caspari)

Nackte Frauen am Fenster, kaputte Weingläser im Garten, Kontaktverweigerung und Mietausstände – so lauten die Beschuldigungen gegen Remo Pingiotti. Nun wehrt sich der Pächter des Hotel-Restaurants Schifflände:

«Diese Vorwürfe stimmen nicht. Die Situation wurde völlig übertrieben dargestellt.»

Über die Zustände geklagt haben die Bewohner der benachbarten Liegenschaft Rebstock, die Kybun-Chef Karl Müller gehört. Da Müller genug von den Konflikten hatte, kaufte seine Firma Imhotep AG kurzerhand auch die «Schifflände» und schickte Pingiotti auf Jahresbeginn hin die Kündigung, wie die Wochenzeitung Felix berichtete.

Doch so einfach ist die Sache nicht. «Die Kündigung ist rechtlich gesehen nichtig, denn sie wurde auf ein falsches Datum ausgestellt», sagt Pingiotti auf Anfrage. Laut seinem Anwalt sei eine Kündigung frühestens im Jahr 2027 möglich.

Pächter weist Vorwürfe zurück

Pingiotti hat nach eigenen Angaben von den ganzen Anschuldigungen erst aus den Medien erfahren. Er sagt:

«Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass Karl Müller nicht persönlich das Gespräch mit mir gesucht hat.»

Müllers Vorwurf bezüglich der Mietausstände stimme nicht. Er könne belegen, dass er dem Besitzer keinen Rappen schulde, sagt der Pächter.

Remo Pingiotti, Pächter der «Schifflände». (Bild: PD)

Remo Pingiotti, Pächter der «Schifflände». (Bild: PD)

Auch sei es nicht so, dass er Müllers Telefonanrufe absichtlich nicht entgegennehme. «Mein Handy klingelt den ganzen Tag. Deshalb nehme ich bei Nummern, die ich nicht kenne, den Hörer halt einfach nicht ab», sagt Pingiotti.

Mit den anderen Nachbarn, der Gemeinde und der Polizei hat der Pächter nach eigenen Aussagen nie Schwierigkeiten gehabt. «Seit 16 Jahren betreibe ich die ‹Schifflände› erfolgreich», sagt er. Probleme seien erst mit dem Einzug neuer Mieter im Nachbarhaus aufgetaucht.

«Der Familie hätte bewusst sein müssen, dass sie mit ihren Kindern neben ein Nachtlokal ziehen.»

Anfänglich habe Pingiotti versucht, mit den Nachbarn zu reden und ihnen soweit wie möglich entgegenzukommen. Er habe ihnen sogar das Haus gezeigt und die Fenster besprayt, damit man nicht hineinsieht. «Doch ich bin nicht bereit dazu, klein beizugeben.»

Ersatz für Nachtclub nicht ausgeschlossen

Zwar ist Pingiotti durch den ganzen Trubel die Lust am Betrieb ein wenig vergangen, doch er lasse sich nicht einfach wie ein Hund vor die Tür setzen. «Für etwas haben wir Gesetze.» Einen ewigen Streit will der Pächter jedoch auch nicht.

«Am 18. April haben wir einen Termin bei der Schlichtungsbehörde.»

Er hofft, dass ihm Müller mit einem anständigen Angebot entgegenkomme. Ein Rechtsstreit würde sich nämlich über Jahre hinwegziehen.

Am liebsten wäre dem Pächter, wenn er das Restaurant im Erdgeschoss behalten könnte. «Immerhin arbeiten hier einige Angestellte bereits seit 20 Jahren. Es wäre tragisch, wenn sie ihren Job verlieren würden», sagt er.

Pingiotti zeigt sich aber offen für Gespräche. «Ich wäre bereit dazu, eine aussergerichtliche Lösung zu finden», sagt er. Müllers konkrete Pläne zur Liegenschaft Schifflände kennt Pingiotti nicht. Karl Müller hat in Aussicht gestellt, sich in den nächsten Tagen zu dieser Angelegenheit zu äussern.

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