Protest mit Leuchtweste und Schild gegen Scientology in Weinfelden

Gestern warben Scientologen auf dem Marktplatz für ihre Philosophie. Anti-SC Aktivisten demonstrierten dagegen. Beide Aktionen hat die Stadt Weinfelden unter Auflagen bewilligt.

Mario Testa
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Yolanda Scandoval demonstriert als Mitglied der Freien Anti-SC Aktivisten gegen den Scientology-Stand auf dem Weinfelder Marktplatz.

Yolanda Scandoval demonstriert als Mitglied der Freien Anti-SC Aktivisten gegen den Scientology-Stand auf dem Weinfelder Marktplatz.

(Bild: Mario Testa)

Diesmal ist der Stand der Scientologen deutlich als solcher zu erkennen. «Wir haben von der Stadt die Auflage erhalten, unseren Stand diesmal mit Scientology anzuschreiben. Das haben wir gemacht», sagt Corsin Baumgartner, der am Stand hinter einem Stapel Dianetik-Büchern steht.

«Wir möchten Dianetik und Scientology unter die Leute bringen. Es ist eine Philosophie, wie man Antworten auf Fragen des Lebens erhält», erklärt er den Zweck der Gemeinschaft, die er als bona fide, also echte Religion bezeichnet. Eine Sekte sei Scientology nicht. «Wir haben uns ja nicht von einer anderen Religion abgespalten», sagt Baumgartner.

«Scientology ist totalitär, sektiererisch und militant»

Yolanda Scandoval, Freie Anti-SC Aktivistin.

Yolanda Scandoval, Freie Anti-SC Aktivistin.

(Bild: Mario Testa)

Über solche Aussagen kann Yolanda Scandoval nur den Kopf schütteln. Sie ist eine der Freien Anti-SC Aktivistinnen, die gestern mit Leuchtweste und Schildern in der Hand gegen Scientology demonstriert haben. «Es ist die gefährlichste Sekte weltweit. Sie ist totalitär, sektiererisch und militant. Die Scientologen betreiben Gehirnwäsche und nehmen den Leuten das Geld weg», sagt sie.

«In vielen Ländern ist sie als gefährlich eingestuft worden und in der Schweiz ist Scientology keine anerkannte Religion sondern ein Verein.»

Stadt erteilt Bewilligung unter Auflagen

Die Standaktion der Scientologen sowie die Protestaktion der Anti-SC Aktivisten wurden von der Stadt bewilligt, wie Silvan Frischknecht, Leiter des Amts für Sicherheit auf Anfrage bestätigt. «Sie haben eine Erlaubnis, auf öffentlichem Grund aufzutreten», sagt er. Es seien jedoch Vorgaben gemacht worden.

«Die Scientologen dürfen kein aufdringliches Verhalten an den Tag legen und Leuten beispielsweise nachlaufen. Die Anti-SC Aktivisten müssen ihrerseits einen Mindestabstand von zehn Metern zum Stand einhalten.»

So wahre die Stadt die Meinungsäusserungsfreiheit beider Seiten. «Wir halten uns damit an die gesetzlichen Bestimmungen, nehmen jedoch keine Wertung vor», sagt Frischknecht. Laut Yolanda Scandoval, die Scientology in der ganzen Schweiz nachreist für ihre Protestaktionen, ist der Stand der Scientologen in Weinfelden übrigens der erste, der korrekt angeschrieben ist.

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