Professorin Regula Iseli liefert der Stadt Arbon ein städtebauliches Gutachten zu den geplanten Wohntürmen der HRS auf dem «Metropol»-Gelände

Die Architektin und Dozentin an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur ist nach Angaben der Stadt eine ausgewiesene Fachfrau. Zweifel an ihrer Unabhängigkeit weist der Stadtrat entschieden zurück.

Markus Schoch
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Visualisierung der geplanten Zwillingstürme auf dem «Metropol»-Areal.

Visualisierung der geplanten Zwillingstürme auf dem «Metropol»-Areal.

Bild: PD

Der Stadtrat bleibt bei seiner Wahl und macht den Namen jetzt öffentlich. Bereits im Februar hatte er sich für Regula Iseli als Gutachterin des Bauprojektes der HRS auf dem Areal des ehemaligen Hotel Metropol entschieden. Sie soll im wesentlichen abklären, ob die beiden über 40 Meter hohen Wohntürme vereinbar sind mit dem Ortsbildschutz – auch im Vergleich mit möglichen Alternativen wie einer Überbauung der Parzelle in Regelbauweise oder einem höheren Haus (mindestens 17 Meter, höchstens 30 Meter).

Regula Iseli.

Regula Iseli.

Bild: PD

Doch es gab Kritik an der Professorin, als die Behörde interessierte Kreise wie die IG Metropol, den Thurgauer Heimatschutz und andere mehr um ihre Meinung zur Personalie und den Fragenkatalog bat. Eine Partei stellte die Unbefangenheit der Architektin in Abrede, was die Behörde nicht nachvollziehen kann.

Ausgewiesene Fachfrau

Regula Iseli sei «eine ausgewiesene Fachfrau» und habe weder zur Firma HRS noch zu den anderen beteiligten Interessengruppen einen persönlichen Bezug, heisst es in einer Mitteilung der Stadt.

«Sie hat explizit bestätigt, dass sie keine der involvierten Personen persönlich kenne, geschweige denn je für sie gearbeitet habe.»

Iseli war eine gewisse Nähe zu Stephan Mäder vorgeworfen worden. Dieser sass in der Jury, die 2013 das Hochhausprojekt «Riva» zum Wettbewerbs-Sieger erkor. Der Architekt war damals an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur tätig, zu der Iseli im September des gleichen Jahres als Dozentin für Architektur und Städtebau stiess. «Iseli hatte jedoch keine Berührungspunkte mit der Jurytätigkeit von Stephan Mäder», heisst es in der Mitteilung.

Iseli liefert Expertise nach den Sommerferien

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Stadtpräsident Dominik Diezi.

Bild: PD

Das Gutachten dürfte bis im Spätsommer vorliegen. Es werde eine «wesentliche Entscheidungsgrundlage» für den Stadtrat in Bezug auf den «Riva-»Gestaltungsplan sein, der die baulichen Rahmenbedingungen regelt und vor gut einem Jahr auflag, sagt Stadtpräsident Dominik Diezi. Die Kosten für die Expertise belaufen sich voraussichtlich auf rund 13'000 Franken.

Iseli arbeitete von 1993 bis 2002 als selbständige Architektin und Partnerin in verschiedenen Bürogemeinschaften. Parallel dazu war sie von 1994 bis 2002 als Assistentin an der ETH Zürich tätig. Von 2002 bis 2013 war Iseli Projektleiterin der architektonischen Beratung beim Amt für Städtebau der Stadt Zürich sowie Geschäftsführerin des Baukollegiums der Stadt Zürich. Seit 2014 ist sie Co-Leiterin des ZHAW-Instituts Urban Landscape.