Probleme mit randalierenden Jugendlichen: Weinfelder Solarium-Besitzer stellt Vandalismus-Video auf Facebook und erhält alle Namen der Täter

Im Weinfelder Solarstudio Sun World kam es vergangene Woche zu gleich zwei Randalier-Vorfällen. Eine der Videoaufnahmen veröffentlichte der Besitzer auf Facebook.

Deborah Hugentobler
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Fünf Jugendliche randalierten am Donnerstag im Sun World in Weinfelden.

Fünf Jugendliche randalierten am Donnerstag im Sun World in Weinfelden.

Bild: PD

Vergangenen Donnerstag wüteten fünf Minderjährige im Solarium Sun World in Weinfelden. Um etwa halb zehn abends betraten Jugendliche aus Weinfelden und Märstetten das Studio und zündeten Reinigungspapier an. «Das Papier ist schwer brennbar. Fast wäre ein Brand ausgelöst worden», sagt Besitzer Andy Allenspach. Zu einem grösseren Schaden sei es nicht gekommen, da eine Mitarbeiterin den Vorfall schnell entdeckt habe. Einzig eine Fussmatte musste Allenspach ersetzen.

Die Jugendlichen beachteten weder das Zutrittsverbot für unter 18-Jährige noch die Maskenpflicht. Einige Tage nach dem Vandalismus stellte Allenspach die Videoaufnahmen seines Ladens auf Facebook. «Die Gesichter sind im Video absichtlich erkennbar. Zum einen wollte ich die Randalierer ausfindig machen, zum anderen soll das veröffentlichte Video eine abschreckende Wirkung haben», sagt der Besitzer. «Innert 15 Minuten hatte ich die Adressen der Jugendlichen. Über zehn Personen haben sich gemeldet.»

Seit den Coronamassnahmen komme es in seinen Solarium an verschiedenen Standorten immer wieder zu solchen Vorfällen, sagt Allenspach. Das Hauptproblem macht er aber in Weinfelden aus:

«Fast wöchentlich habe ich hier mit solchen Jugendlichen zu tun. Erst vergangenen Sonntag kam es erneut zu einem Zwischenfall. Einige beschmierten eine Wand in einer Kabine.»

Beide genannten Vorfälle will der Besitzer zur Anzeige bringen. Und: die Jugendlichen müssen nun für den Schaden aufkommen und kriegen Hausverbot. «Wir wollen nun verstärkte Massnahmen treffen, damit sich auch die Kunden wieder wohl fühlen», sagt Allenspach. Deshalb werden neu häufiger und mehr Mitarbeiter vor Ort sein.

Mögliche Konsequenzen

Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau sagt, die Polizei könne niemanden daran hindern, Aufnahmen von Vandalismus zu veröffentlichen. Der Besitzer würde dies auf eigenes Risiko machen und müsse mit möglichen Konsequenzen rechnen, falls von den Betroffenen rechtliche Schritte wegen Verletzung des Persönlichkeitsschutzes eingeleitet werden.

Ausserdem seien grundsätzliche Ermittlungen Sache der Polizei, weil die Gefahr besteht, dass durch private Aktivitäten Personen in der Öffentlichkeit unschuldig verdächtigt oder die polizeilichen Ermittlungen gefährden werden können.