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Präsident der Katholischen Kirche Weinfelden tritt nach neun Jahren ab

An der Versammlung der katholischen Kirchgemeinde hat Markus Meier seinen Rücktritt per Ende Jahr angekündigt. Zu langen Diskussionen führte der Kredit über 90'000 Franken für Brandschutzmassnahmen in der Kirche.
Mario Testa
Gemeindeleiter Armin Ruf und Aktuarin Ursula Helg-Hegglin lauschen den Ausführungen von Präsident Markus Meier. (Bild: Mario Testa)

Gemeindeleiter Armin Ruf und Aktuarin Ursula Helg-Hegglin lauschen den Ausführungen von Präsident Markus Meier. (Bild: Mario Testa)

Ein langer Versammlungsabend endet mit einer überraschenden Ankündigung des Präsidenten. «Ich gebe das Präsidium Ende 2019 ab. Dann bin ich neun Jahre im Amt gewesen», sagt Markus Meier zu den 76 Anwesenden an der Budgetversammlung der katholischen Kirchgemeinde Weinfelden am Montagabend. «Jetzt brauchen wir Vorschläge von Ihnen für eine Nachfolge.»

Budget mit roter Null

Für das laufende Jahr rechnet die Kirchenvorsteherschaft mit einem ausgeglichenen Budget bei gleichbleibendem Steuerfuss von 19 Prozent. Bei Einnahmen von 2,25 Millionen und Ausgaben von 2,26 Millionen resultiert ein kleines Defizit von 8200 Franken. Mit grossem Mehr bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen bewilligen die Kirchbürger das Budget. Zuvor scheiterte ein Kirchbürger mit seinem Antrag deutlich, die Beiträge an andere kirchliche Einrichtungen um 9000 Franken zu reduzieren, um einen Überschuss auszuweisen.

Die Versammlung selbst verlief in ruhigen Bahnen, dauerte jedoch über zweieinhalb Stunden. Grund dafür war vor allem die lange Diskussion um einen Kredit von 90000 Franken für die Anpassung der Kirche an die heutigen Sicherheitsbestimmungen. Mit einer Brandmeldeanlage soll die Kirche besser geschützt werden und mit Türen, die alle auch bei einer Paniksituation funktionieren, also nach aussen aufgehen, sollen die Besucher der Kirche den nötigen Schutz erhalten.

«Bei einer Paniksituation wäre es verheerend»

Der Liegenschaftsverantwortliche Martin Beck erklärt an der Versammlung, dass die sicherheitstechnischen Mängel anlässlich einer Begehung mit Vertretern des Feuerschutzamtes und der Denkmalpflege festgestellt wurden. «Bei einer Paniksituation wäre es verheerend, wenn die Leute nicht aus der Kirche kommen, weil sie die Türen zudrücken», sagt er. Ganz ausreichen werde der Kredit nicht.

Alleine die Brandmeldeanlage kostet 60'000 Franken, der Rest wird für den Ersatz und die Anpassungen an mindestens acht Türen nicht reichen. «An der Rechnungsversammlung im Juni werden wir Ihnen wohl noch einen Nachtragskredit vorlegen müssen», sagt Präsident Meier. Einige Kirchbürger geben zu bedenken, dass diese Arbeiten auch im Zuge der für 2020 geplanten Innenraumsanierung gemacht werden könnten. Ein anderer Votant kritisiert, dass grundsätzlich zu viel Groteskes an historischen Gebäuden gemacht werde.

«Unser Problem ist die Haftung und die Versicherungslage»

erklärt Markus Meier. «Wenn etwas passiert, haftet die Kirchgemeinde und wir von der Behörde müssen den Kopf dafür hinhalten. Die Gesetzeslage ist klar, und einen Schadesbetrag bei einem Kirchenbrand oder bei einer Paniksituation vermögen wir einfach nicht.» Nach einigen Diskussionen und Wortmeldungen bewilligen die Anwesenden den Kredit bei zehn Gegenstimmen.

Landabtausch mit der Stiftung St. Franziskus

Einstimmig bewilligen die Kirchbürger einen kleinen Landabtausch mit der Stiftung St. Franziskus. Diese will im Haus an der Freiestrasse 10 einen Anbau für das Centro Culturale Italiano realisieren und benötigt dazu das Näherbaurecht und eine begradigte Grenzlinie.
Erstmals als Behördenmitglied anwesend an der Versammlung ist die für die Katechese zuständige Sonja Martin-Bär. Eine Vakanz besteht jedoch weiterhin in der Kirchenvorsteherschaft.

Rechtsstreit dauert an

Zwischen der Kirchgemeinde und ihrem ehemaligen Pfarradministrator Josef Wiedemeier läuft ein Rechtsstreit. Der Pfarrer wurde im Herbst 2017 krankgeschrieben, die Kirchgemeinde löste das Arbeitsverhältnis im Mai 2018 auf. Gegen diese aus seiner Sicht widerrechtliche Kündigung legte Wiedemeier Beschwerde ein. Jegliche Schlichtungsbestrebungen seien gescheitert, sagt Markus Meier. «Wir hatten eine gütliche und grosszügige Lösung angestrebt. Er hat unser Angebot jedoch nicht akzeptiert.» Nun liege der Fall beim Kirchenrat.

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