Weinfelder Winzer freuen sich über den Prachtsommer für die Reben

Die Winzer am Ottenberg sind sehr optimistisch für ihren Wein Jahrgang 2018. Am Rebumgang vom Mittwochnachmittag konnten sie fast nur Gutes über die bisherige Saison berichten.

Mario Testa
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Michael Burkhart und Martin Wolfer haben gut lachen – ihren Trauben sind dieses Jahr ausserordentlich gut gereift. (Bild: Mario Testa)

Michael Burkhart und Martin Wolfer haben gut lachen – ihren Trauben sind dieses Jahr ausserordentlich gut gereift. (Bild: Mario Testa)

Martin Wolfer und Michael Burkhart sind glücklich. Zwar stecken die beiden Winzer bereits mitten im Wümmet, doch die Aussichten für ihre Weine Jahrgang 2018 sind sehr gut. «Das Wetter war ideal für den Rebbau», sagt Martin Wolfer. «Wegen der Trockenheit hatten wir praktisch keine Schädlinge. Wir mussten dafür die jungen Anlagen bewässern.» Die Kirschessigfliege sei dieses Jahr kein Thema, auch Wespen hätten bislang nur sehr wenige Trauben angebissen, zudem blieben Faulkrankheiten aus. «Die Trauben sind gesund und ganz.»

Mit dem Wümmet, also der Traubenlese, hat Michael Burkhart bereits vor zwei Wochen angefangen. Dank der etwas kühleren Temperaturen der vergangenen Wochen hätten die Trauben gut ausreifen können – und 100 Öchslegrade oder mehr würden gar nicht angestrebt. «Wir haben jetzt eine optimale Reife, die hatten wir nicht immer, selbst wenn später gelesen wurde», sagt er. Klimatisch sei diese Saison optimal gewesen. «Früher sprach man von idealen Bedingungen in Italien oder Frankreich – aber dieses Jahr war es optimal bei uns.»

Speditiv arbeiten im Weinkeller

Die Sorten Müller Thurgau, Léon Millot, Solaris und Siegerrebe seien bei den meisten Weingütern am Ottenberg bereits abgeerntet. Die gesunden und reifen Trauben wirkten sich sehr positiv auf die Leseleistung seiner Helfer aus. «Es muss nur sehr wenig rausgeschnitten werden. Deshalb lesen sie teils über 80 Kilo pro Stunde, im Jahr 2014 waren es gerade mal etwa 20 Kilo.»

Die grosse Leseleistung bedingt, dass im Keller speditiv gearbeitet wird. «Wir müssen da jetzt extrem schlagfertig sein», sagt Michael Burkhart. Hätten die Winzer anfangs Saison nicht noch viele Trauben rausgeschnitten, hätten sie jetzt viel zu viel zu verarbeiten. «Nach dem Blust hatte es sehr viele Trauben. Aber Menge ist nicht unser Hauptziel. Wir mussten reduzieren, um die richtige Qualität zu erreichen», sagt Martin Wolfer.

3400 Wanderer auf dem Weinweg

Der Rebumgang wird von der Weinfelder Rebbaukommission organisiert. Deren Präsident ist Gemeinderat Valentin Hasler. Er sprach gestern vor den Medien von einem «Pracht- oder gar Jahrhundertsommer» für die Winzer am Ottenberg. Auch der Weinweg sei sehr gut besucht gewesen. «Wir hätten nicht gedacht, dass die Besucherzahlen noch weiter steigen, aber das sind sie.» Seit der Eröffnung vor drei Jahren sind bereits 3400 Weinweg-Rucksäcke verkauft worden. Im ersten Jahr 1000, letztes Jahr 1400 und bis im August waren es dieses Jahr auch schon 1000.