Playoff
Und wieder gab es eine Schlägerei: Kreuzlinger Wasserballer verteidigen Schweizer Meistertitel in einer dramatischen Partie

Der SC Kreuzlingen gewinnt das vierte Finalspiel gegen Qualifikationssieger Lugano 10:9 und krönt sich damit zum insgesamt zehnten Mal zum Schweizer Meister. Die Partie im Freibad Hörnli war an Dramatik kaum zu überbieten - Schlägerei inklusive.

Matthias Hafen
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Die Mannschaft des SC Kreuzlingen bejubelt ihren Titelgewinn gegen den Favoriten Lugano.

Die Mannschaft des SC Kreuzlingen bejubelt ihren Titelgewinn gegen den Favoriten Lugano.

Mario Gaccioli

Der SC Kreuzlingen bleibt die Nummer eins im Schweizer Wasserball. In einer packenden Finalserie setzten sich die Thurgauer gegen den Qualifikationssieger Lugano mit 3:1 Siegen durch. Damit behalten sie den NLA-Titel, den sie 2019 in der bislang letzten Meisterschaft vor Corona erobert hatten. Der Griff zum Pokal gelang Captain Robin Pleyer und seinen Mannen am Donnerstagabend vor einer mit 600 Zuschauern gefüllten, stimmungsvollen Zuschauertribüne im heimischen Hörnli. 10:9 ging das Spiel aus, in dem das Heimteam zur Halbzeit noch 3:5 zurückgelegen hatte. Die Begegnung war beste Werbung fürs Wasserball.

Und wieder kommt es zu einer Schlägerei

Fast hätte er gehalten, der «Waffenstillstand», den die beiden Klubpräsidenten nach dem Skandalspiel vom vergangenen Samstag ausgehandelt hatten. Doch 19 Sekunden vor Schluss – als die Thurgauer die vierte Finalpartie am Donnerstagabend im Hörnli heroisch zu ihren Gunsten gedreht hatten – entlud sich bei Luganos Deni Fiorentini der ganze Frust über den verpassten Titelgewinn. Der kroatische Ex-Internationale prügelte im Wasser richtiggehend auf Kreuzlingens Captain Robin Pleyer ein, was im Becken ein riesiges Handgemenge auslöste – einmal mehr. SCK-Goalie und Final-Held Duje Jelovina schoss dabei dem heraneilenden Tessiner Federico Pagani den Ball absichtlich an den Kopf.

Kreuzlingens Milan Petrovic (links) und Luganos Federico Pagani trugen in den Schlusssekunden noch ein Penalty-Duell aus.

Kreuzlingens Milan Petrovic (links) und Luganos Federico Pagani trugen in den Schlusssekunden noch ein Penalty-Duell aus.

Mario Gaccioli

Fiorentini, Pleyer und Jelovina wurden vom Spiel ausgeschlossen. Beim Stand von 9:8 für den SCK musste bei Kreuzlingen Yves Herzog ins Tor. Als Feldspieler durfte er den Ball gemäss Reglement nur mit einem Arm abwehren. Kam dazu, dass beide Teams einen Penalty zugesprochen erhielten. 19 Sekunden vor Schluss stand der zehnte Meistertitel des SCK plötzlich wieder auf der Kippe. Nicht auszudenken, wenn Milan Petrovic verschiessen würde und Federico Pagani danach im Eins-gegen-eins mit Not-Goalie Herzog die Chance hätte, für Lugano auszugleichen.

Kreuzlingen schwimmt lange Rückstand hinterher

Doch Kreuzlingens Nerven hielten. Petrovic versenkte seinen Penalty im Stile eines Routiniers. Und das gegen Francesco Tramacera, der 2019 als SCK-Torhüter noch mit den Thurgauern triumphiert hatte. So wurde der zehnte Meistertitel des SC Kreuzlingen doch noch Tatsache. Dies, nachdem es am Donnerstagabend lange nach einem Entscheidungsspiel am Samstag im Tessin ausgesehen hatte.

Die sichtlich nervösen Thurgauer hatten Mühe, ins Spiel zu finden. Erst drei Minuten vor Schluss brachte Pablo Carballo den SCK erstmals in Führung (8:7). Doch das reichte den athletisch überlegenen Titelverteidigern, um gegen Luganos alternde Schlüsselspieler zu triumphieren. Mit der Wende in dieser Partie, dieser Charakterleistung, machte sich der SCK «grande».

Geschafft! Die Ersatzspieler des SC Kreuzlingen packen Trainer Sirko Roehl und springen mit ihm ins Becken.

Geschafft! Die Ersatzspieler des SC Kreuzlingen packen Trainer Sirko Roehl und springen mit ihm ins Becken.

Mario Gaccioli

Kreuzlingen – Lugano 10:9 (3:3, 0:2, 2:1, 5:3)

Hörnli – 600 Zuschauer (ausverkauft) – SR Wocik/Mudroch.
Kreuzlingen: Jelovina; Albers, Petrovic (3), N.Dudler, Geiser (1), M.Herzog (1), J.Herzog, Y.Herzog, G.Rickenbach, Frei (1), Pleyer (3), Carballo (1), F.Rickenbach.
Lugano: Tramacera; Iacono, Alfano, Pagani (3), Graziani (3), Zanola (1), Radivojevic, G.Fiorentini, Ravazzi, Bortone, D.Fiorentini (1), Deserti (1), Maksimovic.
Bemerkungen: Kreuzlingen ohne Y. Dudler (verletzt) Gjulaj und Buob (beide überzählig). Lugano ohne Stevanovic (überzählig).

Der SC Kreuzlingen verteidigt den Titel von 2019 und ist zum insgesamt 10. Mal Schweizer Meister.

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