Playoff-Start: Knackt der HC Thurgau das Visper Bollwerk?

Im Playoff-Viertelfinal der Swiss League zwischen dem EHC Visp und dem HC Thurgau schwören beide Teams auf ihre Defensive. Das erste Spiel der Best-of-seven-Serie findet am Mittwoch um 19.45 Uhr im Wallis statt.

Matthias Hafen
Hören
Drucken
Teilen
Ab heute kreuzen Thurgau (Franco Collenberg, Nicola Aeberhard) und Visp (Oliver Achermann) die Klingen.

Ab heute kreuzen Thurgau (Franco Collenberg, Nicola Aeberhard) und Visp (Oliver Achermann) die Klingen.

Bild: Mario Gaccioli (6. Oktober 2019)

Wie schon im Vorjahr beschert der HC Thurgau seinen Anhängern ab heute eine Premiere. Seit Einführung des Playoffs in der Saison 1985/86 ist es bislang noch nie zu einer Serie zwischen den Ostschweizern und Visp gekommen. Das Spektakel – zumindest was die Tore angeht – dürfte sich aber in Grenzen halten. Nach Qualifikationssieger Kloten (81) kassierten Thurgau (104) und Visp (102) am wenigsten Gegentreffer aller Teams in der NLB-Qualifikation.

Torhüter: Zwei Trümpfe für Thurgau

Zwischen den Pfosten hat HCT-Trainer Stephan Mair auch heuer keine Baustelle. Janick Schwendener und Nicola Aeberhard zeigten sich in der Regular Season solide, fanden nach gelegentlichen Tiefs immer wieder zur Form zurück. Schwendener bewies im letzten Qualispiel gegen Kloten, dass er derzeit gar in Hochform ist. Deshalb dürfte er heute um 19.45 Uhr zum Playoff-Auftakt in Visp erneut in der Aufstellung stehen. Und mit Aeberhard ist ein Back-up zur Stelle, der Thurgau vergangene Saison in den Halbfinal gehext hat.

Doch aufgepasst: Visps Reto Lory ist gemäss Statistik noch besser als die beiden Thurgauer. Und zwar was die Gegentreffer pro Spiel angeht wie auch die Fangquote. Hingegen absolvierte sein Ersatz Sascha Rochow (2016/17 noch bei Thurgau) nur neun Qualispiele. Alle Last ruht beim EHC Visp also auf Lory.

Verteidigung: Beide setzen auf Routine

Thurgaus Abwehr hat das Zeug zum Bollwerk. Und zwar vor allem, weil nach Mairs System die ganze Mannschaft defensiv denkt. Das fängt bei Captain Patrick Parati an, der im Playoff stets aufblüht, und hört bei Spielmacher Kellen Jones auf, der ebenso wichtige Arbeit gegen hinten verrichtet. Visps Defensive wird von den drei Routiniers Andy Furrer, Fernando Heynen und Sandro Wiedmer getragen. Der stämmige Luca Camperchioli ist der Mann fürs Grobe. Der Schlüssel zum Erfolg sind auf beiden Seiten das kompakte Auftreten in der Zone sowie die geblockten gegnerischen Schüsse. Schafft Thurgau dazu eine schnelle Angriffsauslösung, wird es für Visp knifflig.

Angriff: Visp hat mehr Feuerkraft

Offensiv liegen fast alle Vorteile bei den Wallisern. In der Quali erzielten sie 32 Treffer mehr als der HCT. Visp stellt in der ligaweiten Skorerliste die Nummern fünf (Troy Josephs), zehn (Mark Van Guilder) und elf (Tomas Dolana). Thurgaus Topskorer Melvin Merola folgt auf Rang 37. Die beiden HCT-Kanadier Connor Jones (45.) und Kellen Jones (47.) sind noch weiter hinten klassiert. Der HC Thurgau muss die Spiele folglich mit wenigen Toren gewinnen. Doch während sich bei Visp die Produktion quasi auf zwei Linien reduziert, kann bei Thurgau der entscheidende Treffer von allen vier Linien kommen. Trainer Mair stehen vom Partnerteam Rapperswil-Jona Frantisek Rehak und Fabio Holenstein zur Verfügung. Als Gold wert könnte sich das Engagement von Andri Spiller erweisen.

Van Guilder nicht verletzt, aber angeschlagen?

Visps amerikanischer Stürmer Mark Van Guilder wird heute zum Playoff-Auftakt gegen den HC Thurgau aufs Eis zurückkehren. Der mit Abstand beste Torschütze der Walliser konnte das letzte Qualifikationsspiel gegen Sierre nach einem Check von Eric Castonguay nicht zu Ende spielen. Visps Sportchef Bruno Aegerter bestätigte, dass Van Guilder nicht verletzt ist. Angeblich soll nach besagtem Check aber wieder etwas Probleme gemacht haben, was Van Guilder schon länger leicht behindert. (mat)

HC Thurgau mit einem glanzvollen Abschluss der Qualifikation

Der HC Thurgau bezwingt in einer spektakulären und temporeichen Partie Qualifikationssieger Kloten vor 2119 begeisterten Zuschauern in Weinfelden mit 2:1. Dank dieses Erfolgs verteidigt die Mannschaft von Trainer Stephan Mair Platz fünf und trifft im Playoff-Viertelfinal auf den EHC Visp.
Thomas Werner