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Plaudern am Grill mit Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann

Im Rahmen der Sommerserie brätelt die Wigoltinger Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann am Vago Weiher. Sie erzählt von ihrer Kindheit und den Erlebnissen, die sie prägen.
Sabrina Bächi
Selbst sind die Frauen: Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann und TZ-Redaktorin Sabrina Bächi packen Würste auf den Grill. (Bild: Mario Testa)

Selbst sind die Frauen: Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann und TZ-Redaktorin Sabrina Bächi packen Würste auf den Grill. (Bild: Mario Testa)

«Oh, jetzt chunts guät!» Sonja Wiesmann ist begeistert. Hunger hat sie mitgebracht. Bald gibts Zmittag. Eine Bratwurst vom Grill, Brot und Rüebli dazu. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Sturm und das Gewitter losbrechen sitzen die Weinfelder TZ-Redaktoren mit Sonja Wiesmann an einem lauschigen Plätzchen am Vago Weiher in der Gehrau.

Wiesmann hat diesen Platz vorgeschlagen. Nur Wigoltinger Einwohner dürfen den Weiher und die Grillstellen nutzen. Und das gegen Gebühr. «Dafür ist es immer sauber, es hat Holz und eine brauchbare Feuerstelle.» Nachdem das Feuer entfacht wurde, brennen die paar Holzscheite zur Glut runter. Genügend Zeit zum Plaudern.

In der Grüneck aufgewachsen

Seit bald zehn Jahren ist die SP-Frau Sonja Wiesmann Gemeindepräsidentin von Wigoltingen. Aufgewachsen ist sie jedoch in der Grüneck bei Müllheim. Eine Müllheimerin in Wigoltingen: Wie geht das? Sonja Wiesmann lacht. «Es ist Zufall», sagt sie. Ihr Mann wohnte, als sie ihn kennen lernte, in Gossau. «Als wir zusammen ziehen wollten, war für mich klar: Es muss der Thurgau sein.» Der Kompromiss zwischen Thurgau und Gossau war Sirnach. «Dort hatte ich Heimweh», erzählt sie. Die Thur, das Thurvorland, die Obstbäume – all das vermisste sie. Auch etwas einsam fühlte sie sich. Deshalb entschloss sie sich, in die Politik zu gehen.

Sie amtete als Gemeinderätin in Sirnach und seit 2005 sitzt sie im Kantonsrat. «Als dann das Gemeindepräsidium in Wigoltingen ausgeschrieben war, fand ich, dass das eine gute Chance für eine Rückkehr in den Mittelthurgau ist.» Sie wurde gewählt, kam zurück – wenn auch nach Wigoltingen und nicht nach Müllheim. Der Hinterthurgau war für sie das Tor in die Politik und nicht zuletzt auch das Tor für die Rückkehr in die Heimat.

Blick auf den Vago Weiher. Vor fünf Jahren schenkte die Baufirma (heute Kibag) der Gemeinde die ehemalige Kiesgrube. (Bild: Mario Testa)

Blick auf den Vago Weiher. Vor fünf Jahren schenkte die Baufirma (heute Kibag) der Gemeinde die ehemalige Kiesgrube. (Bild: Mario Testa)

Ihre Kindheit in der Grüneck prägte Wiesmann. «Mein Vater verstarb früh und meine Mutter arbeitete in der Weberei», sagt sie. Die Arbeitsbedingungen in der Weberei prägten ihre politische Einstellung, ihr Frauenbild, ihren Sinn für Soziale Gerechtigkeit.

Spätberufene in der Familienplanung

Wiesmann war immer berufstätig. Auch das Mutterglück hielt sie nicht davon ab. «Mein Mann blieb Zuhause und hat zu den Kindern geschaut», sagt die Bauingenieurin. Ihre Zwillingstöchter sind mittlerweile zwölf Jahre alt. In Sachen Heirat und Kinder sei sie eine «Spätberufene». Sie versucht ihren Mädchen vieles von ihrem Gedankengut mitzugeben. So werden die Kindergeschichten im Hause Wiesmann-Schätzle in der weiblichen Form erzählt. «Bei uns Zuhause gibt es den Schellen-Ursli nicht, nur die Schellen-Ursina», sagt sie und lacht.

Das Frauenbild positiv mitzuprägen ist ihr wichtig. Unter anderem setzt sie sich beim Frauennetzwerk «Woman Ost» dafür ein. Doch nun rücken die Bratwürste wieder in den Fokus. Auf der doch etwas zu kleinen Glut sind sie doch noch schön braun geworden.

Fragen an die Grilltiger

1. Fleisch, Wurst oder Grillkäse?
Wurst meistens. Aber gegen Ende der Grillsaison bevorzuge ich den Grillkäse.

2. Holz-, Brikett-, oder Gasgrill?
Das einzig wahre ist der Holzgrill

3. Sind Sie ein Feuertalent?
Ja, auf jedenfall. Das habe ich als Kind gelernt, da wir nur Kachelöfen hatten.

4. Schönste Lagergeschichte?
Früher haben wir immer am Rosenweiher grilliert. Die ganze Familie. Das war richtig entschleunigend und wunderschön.

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