Platznot: Die Volksschule Kemmental macht aus dem Singsaal einen neuen Kindergarten

Die Schulgemeinde muss auf schnell wachsende Schülerzahlen reagieren.

Stefan Böker
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Katrin Hodel wurde als neues Behördenmitglied begrüsst, Sandra Ruckstuhl verabschiedet.

Katrin Hodel wurde als neues Behördenmitglied begrüsst, Sandra Ruckstuhl verabschiedet.

(Bild: Stefan Böker)

«Wir eröffnen einen vierten Kindergarten», kündigte Schulpräsidentin Isabelle Wepfer an der Schulgemeindeversammlung an. Grund sind die steigenden Schülerzahlen im Kemmental. 308 Schülerinnen und Schüler waren es 2018, im vergangenen Jahr bereits 346. Der neue Kindergarten wird provisorisch für zwei Jahre im Singsaal des Sekundarschulhauses Alterswilen eingerichtet. Denn der Grossteil der Neuzugänge kommt aus Siegershausen.

Ursprünglich war Neuwilen als Standort geplant; so ist der Anfahrtsweg jedoch kürzer. Zum Singen wollen die Lehrkräfte auf die Bühne der Mehrzweckhalle ausweichen. Isabelle Wepfer gestand:

«Auf die Schülerzahlen zu reagieren, stellt Jahr für Jahr eine Herausforderung dar.»

Um die Situation zu überprüfen, hat die Schulbehörde nun eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben.

Schule rechnet mit einem Minus für 2020

Finanzchefin Katrin Burkart erläuterte das Budget fürs kommende Jahr. Die Behörde rechnet mit einem Minus von 262'400 Franken. Gegenüber dem Budget des Vorjahres werden rund 360'000 Franken Mehrausgaben erwartet. Grösster Posten sind die Lohnkosten mit rund 3,3 Millionen Franken.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen schlagen überdies Neuanschaffungen, etwa Möbel, zu Buche. Erfreulich sei der Zuwachs an Steuergeldern auf der Ertragsseite, so Burkart. «Wir gehen von einem um 260'000 Franken grösseren Beitrag des Kantons aus. Mal sehen, ob das auch so kommt.»

Erneuerung des Neuwiler Pausenplatzes

Pascal Furrer vom Ressort Bau erläuterte die anstehenden Bauprojekte. Für 290'000 Franken will die Behörde den Pausenplatz der Primarschule Neuwilen erneuern, der sich in einem desolaten Zustand befindet. Der Asphalt ist uneben und rau, Stützmauern zerfallen und die Rampe defekt. Ziel des Umbaus wird unter anderem sein, mehr Fläche zu schaffen, «für die Kinder und für Veranstaltungen», wie Furrer ankündigte.

Die Lehrkräfte werden sich bei der Detailplanung einbringen können, ergänzte Schulpräsidentin Wepfer. Ausserdem will die Behörde das Dach des Schulhauses in Hugelshofen für 350'000 Franken sanieren. Dabei werden die Zementfaserplatten und die Dämmung ersetzt. Neue Dachfenster sollen für natürliches Licht sorgen.

Personell gab es in der Schulbehörde ebenfalls Neuerungen. Seit 1. Januar ist Katrin Hodel für das Ressort Pädagogik zuständig. Sie hat dieses von Sandra Ruckstuhl übernommen, welche fünf Jahre in der Behörde tätig war.

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Martina Eggenberger Lenz