Platz für bis zu 6000 Gäste: Weinfelden will ein grosses Kultur- und Erlebniszentrum bauen – und hofft auf TKB-Millionen

Ein Projekt mit Ausstrahlung im ganzen Thurgau und über die Grenzen hinaus soll es werden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Partizipationsscheine der Thurgauer Kantonalbank wollen die Messen Weinfelden die grösste Eventhalle im Thurgau errichten.

Mario Testa
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Messen-Verwaltungsrat Herman Lei, Stadtpräsident Max Vögeli, Messen-Präsident Peter Joss und Messen-Geschäftsführer Gregor Wegmüller präsentieren ihre Vision.

Messen-Verwaltungsrat Herman Lei, Stadtpräsident Max Vögeli, Messen-Präsident Peter Joss und Messen-Geschäftsführer Gregor Wegmüller präsentieren ihre Vision.

Bild: Mario Testa
(Weinfelden, 28. Oktober 2020)

127 Millionen Franken liegen bereit für spezielle Projekte im Kanton Thurgau. Bereits sind dem Regierungsrat einige Ideen eingereicht worden, nun kommt auch aus Weinfelden eine Variante, wie das Geld denn eingesetzt werden könnte.

Die Messen Weinfelden und die Stadt Weinfelden möchten ein Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrum errichten. Anstelle der Parkplätze beim Betriebszentrum Roos der TKB soll eine multifunktionale Halle gebaut werden, die einerseits einen Thurgauer Markt beinhaltet als auch eine Eventhalle, die für Sport, Kultur und sonstige Anlässe genutzt werden kann.

Messestandort ohne Halle

«Weinfelden ist als Messestandort bekannt. Aber wir haben ein grosses Manko, uns fehlt eine Halle», sagt Peter Joss, Verwaltungsratspräsident der Messen Weinfelden. «Umso mehr hat uns die Strategie 2040 des Regierungsrats beflügelt, die ebenfalls ein solches Zentrum anstrebt.» Er sei überzeugt, das Projekt Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrum stärke die Vernetzung, erhöhe den Reiz der Region und sei auch ein wirtschaftlicher Faktor.

«Events für die Bevölkerung haben auch einen emotionalen Effekt. Davon profitieren die Region und der Kanton.»
So könnten nach den Vorstellungen der Messen Weinfelden die Messehalle etwa aussehen. Im Glaskubus links käme die Thurgauer Markthalle zu liegen.

So könnten nach den Vorstellungen der Messen Weinfelden die Messehalle etwa aussehen. Im Glaskubus links käme die Thurgauer Markthalle zu liegen.

Bild: PD

Die 3500 Quadratmeter grosse Eventhalle soll Veranstaltungen mit bis zu 6000 Gästen ermöglichen. Dazu kommt die angebaute aber separat zugängliche Thurgauer Markt-Halle. «Der Markt könnte an ein oder zwei Tagen pro Woche geöffnet sein, und wenn in der grossen Halle Events stattfinden», sagt Messen-Verwaltungsratsmitglied Hermann Lei. «Hier könnten kantonale und regionale Produzenten Nahrungs-, Genuss- und Heilmittel aus dem Thurgau anbieten - und das zu einem speziellen Erlebnis machen.»

Für grosse kulturelle oder wirtschaftliche Anlässe fehlt im Thurgau eine entsprechende Halle. Es gibt da einzig das Pentorama in Amriswil, das in diese Richtung geht. Hermann Lei betont, dass die Messe Wega nicht von der Halle betroffen sei. Diese werde weiterhin im Stadtzentrum stattfinden. «Aber die anderen Messen in Weinfelden könnten profitieren.»

Bau für 18 Millionen Franken

Messe-Geschäftsleiter Gregor Wegmüller rechnet mit Kosten von rund 18 Millionen für den Bau der Halle mit Tiefgarage.

«Wir könnten uns vorstellen, drei Millionen beizusteuern und auch die Stadt Weinfelden steht einer finanziellen Beteiligung sehr positiv gegenüber.»

Für die verbleibenden etwa 12 Millionen hat er als Bauherr und künftiger Betreiber der Halle nun das Projekt beim Regierungsrat eingereicht.

Auf diesem Gelände soll die Halle entstehen. Die Parkplätze für das TKB-Betriebszentrum im Roos würden in eine Tiefgarage verlegt.

Auf diesem Gelände soll die Halle entstehen. Die Parkplätze für das TKB-Betriebszentrum im Roos würden in eine Tiefgarage verlegt.

Bild: Mario Testa
«Der Standort Weinfelden wäre für ein Thurgauer Projekt ideal. Er liegt zentral, wir sind die goldene Mitte.»

Mit bis zu acht Messen pro Jahr sei Weinfelden bereits die Messehauptstadt des Thurgaus. In Weinfelden sei auch viel Gewerbe und diverse kantonale Verbände angesiedelt. Zudem habe es der Mittelthurgau verdient, wieder mal für ein Grossprojekt berücksichtigt zu werden.« Andere Regionen haben Spitäler und Museen zugesprochen bekommen, im Mittelthurgau mag es noch etwas ‹verliide›.»

Standort bei der TKB

Als möglichen Standort haben die Initianten den Parkplatz des Betriebszentrums der TKB im Roos auserkoren. Dieser Standort liegt am westlichen Stadteingang und ist vom Bahnhof zu Fuss in 10 Minuten zu erreichen. «Wir als Stadt haben grosse Freude, dass die Messen Weinfelden dieses Projekt so eingegeben haben», sagt Stadtpräsident Max Vögeli.

«Es würde den Zusammenhalt im Thurgau stärken und die Attraktivität des Kantons steigern.»

Er hoffe sehr, dass aus dieser Vision ein reales Projekt entstehen könne, sagt Max Vögeli. «Die Messehauptstadt Weinfelden hat ein grosses Knowhow und die Profis der Messe würden den Betrieb aufrecht erhalten.»

Die Initianten hoffen, dass der Regierungsrat das Projekt berücksichtigt und mit den TKB-Partizipationsschein-Millionen unterstützt. Sie rechnen kommendes Jahr mit einem Entscheid der Regierung. Sollte dieser positiv für das Thurgauer Kultur- und Erlebniszentrum ausfallen, könnte dieses bestenfalls im Jahr 2024 eröffnet werden.