Planung für Hafenhotel und Hafenpromenade: Die Stadt Romanshorn und die Bodensee-Schifffahrt spannen zusammen

Eine Spurgruppe fordert im Rahmen der Stadtentwicklung die Gesamtbetrachtung des Areals am Hafen. Drei Architekturbüros sind mit Konzepten beauftragt. Unter anderem soll es eine Tiefgarage und ein zweites Wiener Café Franzl geben.

Tanja von Arx
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Architekten nehmen zur Zeit dieses Gelände unter die Lupe.

Architekten nehmen zur Zeit dieses Gelände unter die Lupe.

Reto Martin

Schon 2023 könnten die Bagger auffahren. Geht es nach der Stadt Romanshorn und der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS), soll nämlich die Planung für das angedachte Hafenhotel und die Hafenpromenade von dort bis zum Alten Zollhaus gemeinsam angegangen werden. Die Hess Investment AG hatte 2017 das betreffende Land für den Hotelbau gekauft, es allerdings wiederum der SBS vermacht, da das Hotel gemäss Schätzung ohne Synergien nicht rentabel betrieben werden könnte.

Tiefgarage und zweites Kaffee Franzl

Laut Mitteilung der Stadt sind ein grösserer Gastrobetrieb im Sinne der heutigen Hafenlounge vorgesehen und zwei kleinere, darunter ein weiterer Standort des Wiener Kaffee Franzl. Der Veranstaltungsplatz soll bestehen bleiben, ausserdem soll es öffentliche Toiletten und Veloparkplätze geben. Das Novum: Die Verantwortlichen wünschen sich auch eine Tiefgarage. So gekommen ist es indes auf Wunsch einer Spurgruppe. «Sie hat eingefordert, dass Hotel und Hafenpromenade nicht einzeln betrachtet werden», heisst es im Communiqué. Besagtes Gremium bestehend aus 19 Personen, darunter Anwohner, die IG Hafen, Gewerbler, Tourismusexperten, Kulturschaffende, Raumplaner, SBB, SBS, Kanton und Stadt kann denn gemäss Kaufvertrag mit der Hess Investment AG mitreden. Und es hat sich in den letzten Wochen viermal getroffen.

Philipp Gemperle, Vizestadtpräsident.

Philipp Gemperle, Vizestadtpräsident.

PD

Der zuständige Stadtrat Philipp Gemperle, Ressort Ortsplanung und Baurecht, sagt: «Wir sind begeistert, welche Inputs zusammengekommen sind.» Allerdings habe es auch die Befürchtung gegeben, dass man vom Hotel bis zum Zollhaus einen hohen Riegel mit Gebäuden hinstelle. «Das war nie die Absicht.» Grundsätzlich: Das Hotel soll 13,5 Meter hoch werden, die restlichen Bauten gemäss Gestaltungsrichtplan Innenstadt ein- bis maximal zweistöckig. Die Stadt will der Öffentlichkeit über ihre Webseite unter anderem wichtige Dokumente zur Verfügung stellen.

Drei Architekturbüros schauen sich die Sache an

An drei Architekturbüros sind schon Aufträge vergeben worden, die mögliche Anordnungen und Lösungen aufzeigen sollen. Gemäss Stadtrat Gemperle hat das Büro Strittmatter und Partner den Lead. Eine Fachjury wird sich dann im Rahmen des bereits vorab angekündigten Wettbewerbs für einen Vorschlag entscheiden. Die Bevölkerung ist im April 2021 zu einer Infoveranstaltung eingeladen.

Philipp Gemperle sagt, Fragen zu Umsetzung und Finanzierung müssten noch geklärt werden. Allerdings gebe es einem in zeitlicher Hinsicht Optionen, ob etwa zuerst das Hotel gebaut würde oder alles zusammen. Fest steht indes:

«Die Kostenteilung für die Planung ist fünfzig fünfzig für SBS und Stadt.»

Der Zeitplan sei schon eng, aber er sei sehr optimistisch, dass alles klappe.