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Pionierprojekt in Romanshorn: Strom aus faltbarer Solaranlage

Der Abwasserverband geht bei der Energieproduktion neue Wege. Er installiert in der Kläranlage für eine halbe Million Franken ein Photovoltaik-Dach mit Seilzug. Das Projekt ist einzigartig im Thurgau.
Markus Schoch
Blick von oben auf die Solarfaltdächer der Kläranlage Chur. (Bild: dhp technology AG)

Blick von oben auf die Solarfaltdächer der Kläranlage Chur. (Bild: dhp technology AG)

FDP-Stadtrat Patrik Fink kommt normalerweise nicht so schnell ins Schwärmen. Und schon gar nicht in seiner Funktion als Präsident des Abwasserverbandes der Region Romanshorn. Aber beim neuesten Projekt auf der Kläranlage ist seine Begeisterung grenzenlos.

«Es ist phänomenal.»

Gemeint ist die neue Solarstromanlage, die einmalig im Thurgau sein wird. Sie besteht aus Faltdächern über einem Grossteil der bestehenden Biologie- und Nachklärbecken. Das Produkt entwickelt hat die Firma dhp Technology in Zizers im Kanton Graubünden. Den Prototyp installiert hat das Unternehmen vor gut eineinhalb Jahren auf der Abwasserreinigungsanlage in Chur.

Diverse Vorteile gegenüber Anlage auf einem Dach

Patrik Fink, Präsident des Abwasserverbandes. (Bild: Reto Martin)

Patrik Fink, Präsident des Abwasserverbandes. (Bild: Reto Martin)

Fink und seine Kollegen im Vorstand des Abwasserverbandes haben sich das neuartige System im letzten August vor Ort angeschaut. Darauf aufmerksam geworden sind sie an einer Fachtagung Ende 2016 im Thurgau. Was die Delegation in der Bündner Hauptstadt sah, hat alle Teilnehmer überzeugt. Fink sagt:

«Das Ganze funktioniert problemlos und ist wartungsarm».

Zudem seien die Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Anlage auf einem zu erstellenden Dach über den Becken bestechend: Der Preis ist tiefer und die betrieblichen Einschränkungen sind kleiner. Denn das Faltdach kann mit einem bei Seilbahnen verwendeten und auch bei härtesten Wetterbedingungen zuverlässig arbeitenden Mechanismus in eine Art Garage eingefahren werden, wenn es nötig sein sollte. Fällt viel Schnee oder bläst der Wind stark, klappen die Module automatisch ein – der Anschluss an eine Wetterstation macht es möglich.

Anfang 2020 sollen Module installiert werden

Die Module sind über den Becken aufgespannt. (Bild: dhp technology AG)

Die Module sind über den Becken aufgespannt. (Bild: dhp technology AG)

In Romanshorn ist mittlerweile eine Projektgruppe an der Arbeit, die sich mit der Installation des Solarfaltdaches auf Anfang des nächsten Jahres beschäftigt, nachdem die Delegierten des Abwasserverbandes vor kurzem einen Kredit in der Höhe von 500000 Franken gesprochen haben. «Und zwar einstimmig», betont Fink.

Im Vordergrund stehe für den Verband, möglichst viel erneuerbare Energie vor Ort zu produzieren und zu nutzen. «Mit der neuen Anlage könnten wir 22 Prozent des Strombedarfs decken und praktisch die ganze Produktion selber brauchen, nämlich 95 Prozent.»

Bereits eine Solaranlage in Betrieb

Die Kläranlage Romanshorn neben dem Eissportzentrum Oberthurgau (links). (Bild: PD)

Die Kläranlage Romanshorn neben dem Eissportzentrum Oberthurgau (links). (Bild: PD)

Die Investition ist ein weiterer Schritt in Richtung Energiepark, den die Kläranlage auch sein will. Schon seit einigen Jahren ist beispielsweise eine Solaranlage mit einer Fläche von 250 Quadratmetern in Betrieb. Die erzeugte Wärme dient dazu, den Vergärungsprozess im Faulturm zu beschleunigen. Pro Jahr kann die ARA so 44 Tonnen Kohlendioxid sparen.

560 einzelne Module

Die geplante Sonnenstromanalge in Romanshorn hat eine Nutzfläche von 1700 Quadratmetern beziehungsweise eine Solarfläche von 1120 Quadratmetern. Die Faltdächer bestehen aus insgesamt 560 einzelnen Fotovoltaik-Modulen, die zusammengehängt sind. Die Nennleistung beläuft sich auf total 182 kWp. Die jährliche Produktion beträgt voraussichtlich etwa 150000 kWh. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Verbrauch von 30 Einfamilienhäusern, in dem vier Personen leben. (mso)

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