Ping Pong um umstrittene Arboner Bushaltestelle: Jetzt ist die Stadt wieder am Zug

Der alte Stadtrat wollte die Haltestelle für fast 300'000 Franken verschieben. Das sorgte für einen Shitstorm in den sozialen Medien, der auch Parlamentarier auf den Plan rief. Jetzt arbeitet man an einer bedachten Lösung.

Tanja von Arx
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Die teure Verschiebung dieser Bushaltestelle gibt zu reden.

Die teure Verschiebung dieser Bushaltestelle gibt zu reden.

Pascal Moser

Es ist ein Hin und Her. Die Verschiebung der Bushaltestelle Alpenblick um Hundert Meter stadtauswärts für knapp 300'000 Franken, wie sie der alte Stadtrat beschlossen hatte, sorgte für einen Shitstorm auf Social Media – und gibt nach wie vor zu reden.

Zuletzt spielte die Stadt den Ball dem Kanton zu mit dem Argument, dass es sich bei der betreffenden Strasse um eine kantonale handeln würde.

Konzept soll Standortfrage klären

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon.

Dominik Diezi, Stadtpräsident von Arbon.

Andrea Stalder

Doch auf Anfrage sagt Stadtpräsident Dominik Diezi nun, die Stadt sei wieder am Zug. Kürzlich habe man ein Konzept in Auftrag gegeben. Im Zentrum stehe die Frage, wo die Haltestelle genau hinkommen solle.

«Der ÖV muss möglichst nahe bei den Leuten sein.»

Der Entwurf solle Klarheit schaffen, auch in Bezug auf die Kosten.

Diezi sagt:

«Verschiedene Haltestellen sind nach wie vor sanierungsbedürftig, und zwar dringend.»

Ausserdem müsse sie behindertengerecht gestaltet werden. «Arbon ist diesbezüglich schon gut unterwegs im Vergleich zu anderen Gemeinden.» Man wolle seriös vorgehen, deshalb sei man vom alten Tempo abgekommen. «Das Problem war, dass es kein Konzept gab, was Vorwürfe begünstigte.»

Kosten schlagen sich nicht auf Rechnung nieder

Diezi sagt, in jedem Fall würden sich die Kosten nicht auf der Jahresrechnung niederschlagen. «Die Spezialfinanzierung Parkplatzbewirtschaftung kommt zum Einsatz.» Darüber sei man bezüglich der Finanzlage auf einem guten Weg. «Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt mittlerweile noch bei netto 300 Franken.» Sieben Millionen Schulden hätten alleine 2019 abgebaut werden können, sagt der Stadtpräsident.

Bushaltestellen müssen behindertengerecht sein

Nicht alle Bushaltestellen in Arbon sind behindertengerecht gestaltet. Sie müssten es allerdings bis spätestens 2023 sein. Bei den 13 Haltestellen auf Kantonsstrassen wie derjenigen beim «Alpenblick» sucht die Stadt die Zusammenarbeit mit Frauenfeld. Denkbar ist laut dem Stadtrat, dass nicht alle rechtzeitig umgebaut würden. (mso)

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