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Pilger auf grosser Mission

Ende August macht sich eine Pilgergruppe mit Wandermönch Angus auf nach St. Gallen. Sie bringt mit 1200 Jahren Verspätung den Klosterplan in die Stiftsbibliothek. Zwischenhalt macht die Gruppe in Märstetten.
Werner Lenzin
Wandermönch Angus bringt mit einer Pilgergruppe den St. Galler Klosterplan in die Stiftsbibliothek (Bild:P

Wandermönch Angus bringt mit einer Pilgergruppe den St. Galler Klosterplan in die Stiftsbibliothek (Bild:P

Ein Wandermönch, ein Dutzend Pilger und drei Esel. Diese Gruppe macht sich anlässlich eines Begegnungsprojektes der Internationalen Bodensee Konferenz am 28. August auf den Weg von Messkirch nach St. Gallen. Gestartet wird die grenzüberschreitende Pilgerwanderung am ersten Morgen auf der Mittelalterbaustelle Campus Galli.

Zu Fuss gelangt die Gruppe zum Kloster Reichenau und setzt dann mit dem Schiff ans Schweizer Ufer nach Ermatingen über. Am sechsten Tag ihrer Reise – am Sonntag, 2. September – gelangen die Pilger abends nach Märstetten, wo sie Unterkunft finden in der dortigen Pilgerherberge. Interessierten bietet sich dann auch eine gute Gelegenheit, mit den Pilgern und Wandermönch Angus, der mit richtigem Namen Michael Skuppin heisst, ins Gespräch zu kommen. An den beiden letzten Tagen ihres Fussmarschs folgt die Gruppe der Thur und der Sitter, um über Bischofszell nach St. Gallen in die Stiftsbibliothek zu gelangen.

Rätsel aus der Vergangenheit

Die Mission der Pilgergruppe ist es, den Klosterplan des Klosters St. Gallen an seinen Bestimmungsort zu bringen. Der Plan wurde von Mönchen auf der Insel Reichenau gezeichnet. Ungewiss ist bis heute, wie dieser nach St. Gallen gekommen ist.

Anlässlich der Pilgerwanderung will Wandermönch Angus ihn nun mit 1200 Jahren Verspätung auf der Insel Reichenau abholen und in die Stiftsbibliothek bringen. Brücke zwischen zwei Weltkulturerben Seit fünf Jahren ist man im Campus Galli schon daran, mit Mitteln des 9. Jahrhunderts ein Kloster auf den Grundlagen des St. Galler Klosterplans entstehen zu lassen. Errichtet wurden zahlreiche Werkstätten und eine Kirche aus Holz.

Seit kurzem wird intensiv an einer grossen Scheune gebaut, in der die Mönche früher ihre Garben eingelagert und das Korn gedroschen haben. Mit der Pilgerwanderung sollen die beiden Weltkulturerben St. Gallen und Reichenau mit dem Campus Galli verbunden werden.

Zweiseitiges Pergament

Der St. Galler Klosterplan ist weltberühmt. Er ist einzigartig und trotz der vielen Bauwerke, die zu dieser Zeit entstanden, ist kein anderer Bauplan aus dem frühen Mittelalter bekannt. Es handelt sich um die älteste überlieferte Architekturzeichnung des Abendlandes. Gezeichnet wurde der Plan vor dem Jahr 830 von Mönchen auf der Insel Reichenau. Er hat eine bewegte Geschichte. Entstanden ist der Plan auf fünf nach und nach angenähten Pergamentblättern. Seine Rückseite wurde etwa 400 Jahre später von einem Mönch dazu verwendet, das Leben des heiligen Martins aufzuschreiben. (le.)

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