«Phantasielose Aktion»: Unbekannte beschmieren die Kreuzlinger Stadtkirche

In der Nacht auf Samstag hinterliessen Sprayer Botschaften neben dem Eingang der Evangelischen Kirche in Kreuzlingen. Die Kirchenpräsidenten ist verärgert: «So kommt man mit niemanden in den Dialog».

Urs Brüschweiler
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Am Dienstagvormittag entfernte eine Reinigungsfirma die Sprayereien von der Stadtkirche.

Am Dienstagvormittag entfernte eine Reinigungsfirma die Sprayereien von der Stadtkirche.

(Bild: Mario Testa)

«Viele Kirchgänger haben sich am Sonntagmorgen geärgert», berichtet Kirchenpräsidentin Susanne Dschulnigg. Die Täter hätten keinen Respekt vor der Kirche, sei der Tenor gewesen. Dschulnigg selber ist natürlich auch alles andere als erfreut über die Schmierereien am Eingang zur Stadtkirche. Unbekannte Sprayer waren in der Nacht von Freitag und Samstag dort zu Gange. Die Kirchenpräsidentin sagt:

Susanne DschulniggKirchenpräsidentin

Susanne Dschulnigg
Kirchenpräsidentin

(Bild: Andrea Stalder)
«Aber ich finde die Aktion
auch schlicht phantasielos.»

«Es ist der falsche Ort, das falsche Mittel und die falsche Botschaft», fasst sie ihre Gedanken kurz zusammen. Das Anarchiesymbol und die Worte «No Gods – No Masters» deute auf eine Herrschafts- und Machtthematik hin. «Das ist ein wichtiges Thema in der Kirche», sagt Susanne Dschulnigg.

«Aber mit dem Hinterlassen einer
ano­nymen Botschaft an einer Wand kommt man mit niemanden
in einen Dialog.»

In der Hinterlassenschaft auf der anderen Seite der Türe kann die Kirchenpräsidentin schon gar keine ernst zu nehmende Botschaft erkennen. Und sie unterstellt den Erschaffern überdies mangelndes Gespür für Ästhetik. Deshalb zieht sie ein kurzes Fazit:

«Strafanzeige einreichen – putzen – malen – vergessen.»

Konkret heisst das, die Polizei ermittelt. Eine Reinigungsfirma wurde beauftragt, die Farbe von der Kirche zu entfernen, was am Dienstag bereits passiert ist. Und die Kirchenwand muss neu gestrichen werden.