Pflanzenbörse in Oettlishausen: Aster und Steinklee finden neue Besitzer

Auf dem Hof von Thomas Stark haben Anbieter getauscht, verschenkt oder verkauft. Und zwar alles von Pflanzen über Bücher bis hin zu Gartengeräten. Sogar Fledermauskot hat nicht gefehlt.

Monika Wick
Drucken
Teilen
Drei Kinder verkaufen, was sie in den letzten Wochen selbst gezogen haben.

Drei Kinder verkaufen, was sie in den letzten Wochen selbst gezogen haben.

Monika Wick

«Wönd Sie au e Pflanze chaufe?», fragen Laurine, Noris und Timea gleichzeitig. Voller Elan versuchen die Geschwister, ihr Sortiment an den Mann respektive die Frau zu bringen. Obwohl in den Töpfchen lediglich grüne Blätter in verschiedenen Formen und Schattierungen zu sehen sind, können die Kinder problemlos erklären, ob es sich bei den Pflanzen um eine Schwarze Königskerze, eine Aster, Steinklee oder eine Blaue Himmelsleiter handelt. Die Pflanzen haben sie nämlich mit ihrem Vater gezogen. Dies ist so gut gelungen, dass das Trio einige an der Pflanzenbörse, welche die Regionalgruppe Thurgau der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde auf dem Hof von Thomas Stark durchführt, anbieten kann.

Fledermaus-Guano zwischen Gartengeräten

«Die Börse hilft dabei, den eigenen Garten vielfältig zu gestalten», sagt Erika Hanhart, Besucherin aus Matzingen.

«Die Börse hilft dabei, den eigenen Garten vielfältig zu gestalten», sagt Erika Hanhart, Besucherin aus Matzingen.

Monika Wick

Auch viele weitere Anbieter verschenken, tauschen oder verkaufen überschüssig gewordene Pflanzen, Bücher, Gartengeräte oder Dekoartikel. Auf einem Tisch befindet sich sogar Fledermaus-Guano. Elke Hörler, die den Verein Fledermausschutz Thurgau präsidiert, bietet den Fledermauskot an. «Er eignet sich zum Düngen von Pflanzen und muss im Gegensatz zu anderem Guano nicht um die halbe Welt geschifft werden», sagt sie.

«Unser Verein reinigt Fledermausquartiere im Gegenzug dafür, dass Liegenschaftsbesitzer die Tiere tolerieren.»
«An der Börse gefällt mir, dass sie übersichtlich und kleinräumig ist», sagt Markus Knöpfel, Besucher aus Salmsach.

«An der Börse gefällt mir, dass sie übersichtlich und kleinräumig ist», sagt Markus Knöpfel, Besucher aus Salmsach.

Monika Wick

Auf reges Interesse stösst auch das Iris-Feld, das Sharlene Sutter und Thomas Stark auf dem Hof betreiben. «Gerade habe ich 190 neue Sorten gepflanzt, jetzt haben wir 701 Sorten hier», sagt Sharlene Sutter. Blühen werden die Pflanzen zirka Mitte Mai. Irene Schneider, Präsidentin der Regionalgruppe Thurgau der Gesellschaft Schweizerischer Rosenfreunde, freut sich über das rege Interesse an der Pflanzenbörse. «Nach der Generalversammlung im Januar war das der erste Anlass, den wir wieder durchführen konnten. Alle Kurse, unsere Reise und die Rosenwoche mussten wir aus aktuellem Anlass absagen.»