Pfarrehepaar steht in Arbon zur Wahl

Die Steckborner Sabine und Andreas Gäumann bewerben sich um die freien Stellen in der Evangelischen Kirchgemeinde.

Rosa Schmitz
Hören
Drucken
Teilen
Das am 15. März zu wählenden Pfarrehepaar Sabine und Andreas Gäumann.

Das am 15. März zu wählenden Pfarrehepaar Sabine und Andreas Gäumann.

Bild: Andrea Stalder

Sabine und Andreas Gäumann suchen einen Neuanfang. Sie haben sich für die beiden frei werdenden Pfarrstellen in der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon beworben. Und hoffen, die Stadt per 1. Oktober zu ihrem neuen Zuhause zu machen. Am 15. März stehen sie zur Wahl. Das Paar hat bereits 20 Jahre Pfarramtserfahrung.

Zuletzt waren Sabine und Andreas Gäumann 13 Jahre in Steckborn. Das Einzelpfarramt am Untersee ist anspruchsvoll. Arbeitet man allein, könne man in allen Bereichen etwas machen, aber könne nur wenige Schwerpunkte setzen. «Das ist in Steckborn gleichzeitig das Beste und das Schwierigste», sagt Andreas Gäumann. Er und seine Frau würden sich freuen, wieder in einem Team arbeiten zu können. Die frei werdenden Stellen in Arbon seien daher der perfekte nächste Schritt. Auch weil ihre zwei Söhne – 18 und 20 – nun erwachsen sind.

«Vieles läuft sicher schon gut»

«Arbon war für uns schon immer interessant», sagt Sabine Gäumann. Natürlich müssten sie noch die Stadt und die Menschen kennen lernen – «und das ist ein Prozess». Sie hätten aber einen guten ersten Eindruck.

«Wir haben volles Vertrauen darauf, dass wir ein Teil dieses Orts werden könnten.»

Das Paar hat über die Jahre viel gelernt und wird einige Ideen mitbringen. «Natürlich wollen wir den Arbonern nichts aufdrängen», sagt Andreas Gäumann. «Aber Kinder-, Familien- und Erwachsenenarbeit werden weiterhin unsere Priorität sein.»Sonst müssten sie erst mal schauen, was es alles schon an Angeboten gibt, welche erweitert werden können und wo es Bedarf nach etwas Neuem gibt. «Vieles läuft sicher schon gut.»

Seit 20 Jahren als Pfarrer in der Schweiz

Zwar ist Sabine Gäumann nicht in einem besonders religiösen Haushalt aufgewachsen. Ihr Interesse für den christlichen Glauben sei aber durch die Jugendarbeit nach der Konfirmation zu Stande gekommen. Allerdings habe sie sich damals noch nicht vorstellen können, Pfarrerin zu werden. «Das war mir in dem Alter – unmittelbar nach dem Abitur – irgendwie sehr weit weg.» Stattdessen absolvierte sie ein Fachhochschulstudium und arbeitete als Verwaltungsbeamtin im öffentlichen Dienst. Erst mit 27 Jahren startete sie in Göttingen ein Theologiestudium. Dort traf sie ihren Mann. Andreas Gäumann, der aus einer Pfarrerfamilie stammt, hatte damals bereits an der Kirchlichen Hochschule Bethel sowie an den Universitäten Zürich und Basel ein Theologiestudium sowie ein einjähriges pfarramtliches Praktikum in der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Zürich-Fluntern abgeschlossen. Danach arbeitete er in Neuchâtel und in Göttingen seine Dissertation aus.

1998 entschied das Paar, in die Schweiz umzuziehen. Von 1999 bis 2007 teilten sie sich in der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Glarus-Riedern ein 100% Pensum als Pfarrehepaar. Danach zogen sie nach Steckborn. 2016 kandidierte Andreas Gäumann sogar für die Nachfolge des zurückgetretenen Stadtpräsidenten, wurde aber nicht gewählt.