Jahresrückblick 2019 Region Bischofszell: Petition weckt Hoffnungen

Bischofszell-Redaktor Georg Stelzner beschäftigten in diesem Jahr gleich mehrere Unterschriftensammlungen in seinem Gebiet: Bischofszeller, Hauptwiler, Heldswiler und Schönenberger reichten zu unterschiedlichen Themen eine Petition ein.

Georg Stelzner
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Der Glockenturm der St. Pelagius Kirche in Bischofszell. Nicht alle haben Freude am Glockengeläut.

Der Glockenturm der St. Pelagius Kirche in Bischofszell. Nicht alle haben Freude am Glockengeläut.

(Bild: Andrea Stalder)

Obwohl sie – im Gegensatz zu einem erfolgreichen Antrag an der Gemeindeversammlung – nicht behördenverbindlich ist, bedienen sich im Jahr 2019 Einwohner von vier Gemeinden der Petition, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Der Vorteil: Unterschreiben dürfen alle, ungeachtet ihres Alters und ihrer Nationalität.

In Bischofszell fühlen sich Altstadtbewohner wegen des Glockengeläuts der beiden Kirchen um ihren Schlaf gebracht und tun ihren Unmut mit einer Petition kund. Als ob dieser Vorstoss angesichts des uralten, traditionsbefrachteten Brauchs nicht schon brisant genug wäre, gerät der Stadtrat erst recht in die Zwickmühle, als sich auch die Befürworter des nächtlichen Glockenschlags zu Wort melden – notabene ebenfalls mittels Petition. Nach umfassenden Abklärungen sowie nicht minder intensiven Beratungen mit den Kirchenbehörden ist das Ei des Kolumbus gefunden: Die Glocken der katholischen Pelagiuskirche werden spätestens ab 2021 nachts schweigen, da Massnahmen zur Lärmdämmung zu teuer wären; die Glocken der evangelischen Johanneskirche sollen in Zukunft nur noch stündlich zu hören sein.

In Hauptwil treibt besorgte Einwohner das hohe Verkehrsaufkommen und die daraus resultierende Sicherheitsproblematik um. Mehr als 100 Personen unterschreiben eine entsprechende Petition. Sie können einen ersten Erfolg verbuchen, denn der Gemeinderat erklärt sich bereit, eine Studie in Auftrag zu geben. Sie ist nötig, um mit Änderungswünschen beim Kanton Gehör zu finden.

Der Fortschritt im Kommunikationssektor macht auch vor Heldswil nicht Halt: Das 300-Seelen-Dorf soll eine Mobilfunkantenne erhalten. Dass eine solche Anlage Strahlung absondert, ist das eine. Dass sie auch geeignet ist, das Ortsbild zu verschandeln und die Grundstückpreise zu drücken, bringt das Fass zum Überlaufen. Flugs werden Unterschriften gesammelt. Der Gemeindepräsident verspricht, sich für das Anliegen der Bevölkerung einzusetzen.

In Schönenberg werden Unterschriften gegen Tempo-30-Zonen gesammelt.

In Schönenberg werden Unterschriften gegen Tempo-30-Zonen gesammelt.

(Bild: Donato Caspari)

Um Sicherheit und Ästhetik geht es auch in Schönenberg. Zwei annähernd gleich grosse Lager stehen sich gegenüber. Das eine will Tempo-30-Zonen, das andere nicht. Auf beiden Seiten hofft man, den Gemeinderat für den eigenen Standpunkt gewinnen zu können. Und wie? Einerseits mit Argumenten, anderseits auch mit möglichst vielen Unterschriften.