Peter Wittich aus Gottlieben begibt sich in seinem neuen Buch «auf Magellans Spuren»

Der 80jährige Abenteurer hat sein zweites Buch verfasst. Er schildert bewegende Erlebnisse aus Beruf und Privatleben.

Margrith Pfister-Kübler
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Peter Wittich mit seinem neuen Werk «Auf Magellans Spuren» vor seinem Elternhaus in Gottlieben, das heute im Besitz seines Cousins Hans Wittich ist. Am 23. April 1939 kam er im Zimmer mit dem Fenster oben rechts zur Welt

Peter Wittich mit seinem neuen Werk «Auf Magellans Spuren» vor seinem Elternhaus in Gottlieben, das heute im Besitz seines Cousins Hans Wittich ist. Am 23. April 1939 kam er im Zimmer mit dem Fenster oben rechts zur Welt

(Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Den Bergsteiger sieht man ihm nicht an, den Abenteurer und die Meer-Sehnsucht schon. Der Gottlieber Peter Wittich, einst Projektleiter für Seemessungen und Positionierung von schwimmenden Bohranlagen und Forschungsschiffen, schildert in seinem neuen Buch «Auf Magellans Spuren» bewegende Erlebnisse aus Beruf und Privatleben. Der 80-Jährige Gottlieber Peter Wittich sagt mit dem Lächeln des erfahrenen Abenteurers: 

«Immer etwas Neues,
das ist mein Naturell.»

Er lebt  heute mit seiner Frau Prisca, einer Weinfelderin, in der «Wüesti» am Grabserberg, im Toggenburg. Ganz nebenbei: Er bestieg schon den Mount Blanc und andere Berge. Seine Gottlieber Prägung hebt er hervor. Das Fliessgewässer am Seerhein beobachtend erzählt Peter Wittich, wie einst im Urwald seine Gedanken immer wieder an den Seerhein abdrifteten.

«Mein grosser Wunsch,
Seemann zu werden,
scheiterte am elterlichen Widerstand,
der damals noch bestimmend war.»


Er lacht und blendet auf die Lehre als Maschinenzeichner bei der Firma Mowag in Kreuzlingen hin, dann auf seine Weiterbildungen als Technischer Berater im Bereich Navigation und Vermessung, zu Land und auf See.

Wittich schwärmt von den Zeiten der Guggenmusik Gottlieber Schnogge-Gründung und vom ersten Rockkonzert im Kreuzlinger Löwen-Saal, vom SAC Bodan.  Landschaften beobachten, das hat er schon als Kind gelernt. «Je nach Landschaft bewegen sich die Leute anders, denken anders», sagt Wittich und schwenkt zurück in seine Bubenzeit als er in den fünfziger Jahren, kurz nach dem Krieg, mit seinem Vater, der Kaufmann für eine Handelsfirma war, nach Marseille (mit dem Zelt) und Basel durfte.

«Auch meine beiden Brüder Armin und Erich arbeiteten in verschiedenen Ländern, angestellt bei Brown, Boveri & Cie, ABB, Elektronikkonzern.»

Und seine Schwester Susi stand als Rotkreuzschwester im Einsatz und war auch Mitbegründerin des Zürcher Frauenhauses.

Für den Gottlieber war es also nicht verwunderlich, dass sich seine persönliche berufliche Laufbahn stets in der Nähe vom oder auf dem Wasser bewegte. Für internationale Erdölkonzerne war er unterwegs in Nigeria, Brunei (Borneo), Den Haag, Miri Sarawak (Malaysia), Singapur und 1998 noch in Kuala Lumpur.

Wellen sind seine Heimat

In seinem ersten Buch «Stöbern im Zettelkasten» schildert er aussergewöhnlichen Erlebnisse.  Als seine Heimat bezeichnet er «Wellen». Ueberlegungen zu seiner Arbeit? «Ich habe immer Aufgaben gehabt, die mir gefallen haben. Auch jetzt noch.» Er stillt seinen Heisshunger aufs Leben mit Schreiben und Zeichnen und als Schleusenschiffer, wo er Redaktor des Kluborgans «Schweizer Schleusenschiffer ist. Das neue Buch «Auf Magellans Spuren» (Verlag Danzig & Unfried» nimmt den Leser von den Falkland-Inseln bis zum «Geschäft auf dem Wasser» mit, bewegende Geschichten. Das Buch ist eine Hommage an den Lebensmut, voll unerwarteter Einsichten.

Bereits schreibt Peter Wittich am nächsten Buch, das Beziehungsgeschichten in Gottlieben vor dem Krieg zum Thema hat. Er sagt:

«Meine Abenteuer geschehen heute am Computer. Da läuft das Kopfkino ab.»

Im Rückblick meint Wittich, dass er sich auch als «Kriegsberichterstatter» gesehen hätte.

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