Peter Shehe ist trotz seiner Abwahl in Kenia optimistisch

Barbara Fuhrer ist die Lebenspartnerin des Politikers mit Wurzeln in Arbon. Kürzlich erzählte sie in Romanshorn von seinem Kampf gegen Korruption und wie das Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in seinem Heimatland funktioniert.

Markus Bösch
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Peter Shehe ist immer wieder zu Besuch in der Schweiz bei seiner Lebenspartnerin Barbara Fuhrer, die kürzlich in Romanshorn über die aktuelle Entwicklung berichtete. (Bild: Reto Martin)

Peter Shehe ist immer wieder zu Besuch in der Schweiz bei seiner Lebenspartnerin Barbara Fuhrer, die kürzlich in Romanshorn über die aktuelle Entwicklung berichtete. (Bild: Reto Martin)

Er arbeitete lange Jahre in Arbon, bevor er politisch aktiv wurde im kenianischen Ganze. Sie kennt das Tourismusgeschäft und leitet heute das Hilfswerk «Pro Ganze Kenia»: Beide informierten kürzlich bei der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Romanshorn.

Barbara Fuhrer spannte den Bogen von der Schweiz ins ostafrikanische Land, und Peter Shehe war per Video dazug eschaltet.

Mit Hilfswerk aktiv

Engagiert habe sie sich seinerzeit für eine werteorientierte Stadtentwicklung in Arbon. Heute sei sie mit ihrem Hilfswerk im Bildungsbereich in Kenia aktiv, sagte Fuhrer.

«Zusammen mit meinem Lebenspartner habe ich einiges bewirkt, ich auf der konkreten, Peter Shehe auf der politischen Ebene.»

Dazu würden zum Beispiel eine erste geteerte Strasse in diesem Teil des Landes und die Ausbildung von Solartechnikern gehören.

«Und im Wahlkampf habe ich mitgeholfen, dass mein Mann ins Parlament gewählt wurde. Allerdings hatte er viele, korrupte Neider, die seine Wiederwahl 2017 verhindert haben.» Trotzdem zeigte sich Shehe in einer Einspielung optimistisch: «Es passiert wirklich etwas. Auch die Anklage gegen mich wurde letztlich abgewiesen.»

«Das Zusammenleben funktioniert»

Er äusserte sich auch zur Religionsvielfalt in diesem Land: Neben 45 Prozent evangelischen und 33 Prozent katholischen Christen gibt es je etwa 10 Prozent Muslime und Anhänger von Naturreligionen, in seinem Wahlbezirk sind es je zur Hälfte Christen und Muslime. «Das Zusammenleben funktioniert grundsätzlich. Aus meiner Sicht hängt alles ab vom gegenseitigen Respekt. Denn alle Menschen wollen Frieden und ein gutes Leben. Schwierigkeiten gibt es allenfalls mit den Flüchtlingen aus Somalia.»

Auf ihr Hilfswerk angesprochen, sagte Fuhrer, dass es immer um Hilfe zur Selbsthilfe gehen müsse: «Wir fragen, was unsere Partner brauchen und wollen Projekte unterstützen, die Land und Leute weiterbringen.» Konkret sind eine Näh- und eine Computerschule im Aufbau begriffen.